News traumschiff

16. April, 2015

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Deutschen Medien – nur (be)Klopp(t)?

Nichts los in der Welt, oder was?

Auf jeder Titelseite geht es um Klopp, den BVB und das „große Trainer-Beben“. Selbst ausgewiesene Fußball-Fan sollte dieses Thema schon jetzt langweilen. Klar, er hat überraschend viel erreicht bei Dortmund und klar, Fußball ist immer ein wichtiges Thema in Deutschland. Aber es ist doch das normalste der Welt, dass ein aktuell erfolgsloser Trainer seinen Posten räumt. Es ist keine Katastrophe! Der Verein hat bestimmt schon den nächsten Trainer in der Pipeline und Klopp kann sich vor Jobangeboten bestimmt kaum retten.

Trotzdem ist es das Top-Thema für FAZ, SZ, Bild, Tagesspiegel und sogar das heute-journal. Von diesen meinungsbildenden Medien, die teilweise viel auf ihre journalistische Qualität geben, könnten wir doch eigentlich mehr erwarten.

Die taz hingegen hat sich heute Respekt verdient. Die Redaktion setzt ein starkes Zeichen und macht die Titelseite zu einer einzigen großen Todesanzeige für 400 auf der Flucht gestorbene Menschen im Mittelmeer. Ein Schiff mit 550 Menschen an Bord kenterte auf dem Weg nach Europa vor der Küste Libyens. Ein trauriges, komplexes Thema, aber vor allem unfassbar viele unnötig Tote, die hier kaum Beachtung finden.

Wir sind die letzten, die jeden Tag schockierenden Nachrichten auf der Titelseite sehen wollen, aber wenn so etwas passiert, dann erwarten wir gerade von kritischen Journalisten, dass sie dieses Thema aufgreifen und behandeln!

Zum Glück gibt es auch Journalisten, die das genau so sehen.

Zumindest Online gibt es bei unseren Medien jetzt ein paar mehr Informationen zu dem Thema:

http://www.taz.de/Fluechtlinge-im-Mittelmeer/!158167/

http://meedia.de/2015/04/16/zeitungsschau-alle-reden-ueber-juergen-klopp-nur-die-taz-trauert-um-tote-fluechtlinge/

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