Smalltalk detlevdsoost

1. September, 2015

smalltalk mit… Detlef D! Soost

Ist der rechte Mob nur eine lautstarke, aber kleine Minderheit? Oder vergiftet der Fremdenhass unser ganzes Land? Diese Fragen diskutiert Sandra Maischberger mit ihren Gästen in der heutigen Ausgabe von „Menschen bei Maischberger“ ab 23:00 Uhr im Ersten unter dem Motto „Wir sind das Pack – Rückt Deutschland nach rechts?“. Detlef D! Soost, der Halb-Ghanaer ist, im Osten aufwuchs und aufgrund seiner Hautfarbe mehr als einmal mit Rassismus konfrontiert wurde, spricht in der Sendung über seine ganz persönlichen Erfahrungen. smalltalk hat im Vorfeld der Ausstrahlung mit dem Star-Choreographen gesprochen.

 

In der öffentlichen Darstellung wirkt es so, als ob gerade in Ostdeutschland die Stimmung gegenüber Flüchtlingen eher ablehnend sei. Sie selbst sind im Osten aufgewachsen. Haben Sie eine Erklärung für dieses Phänomen?

Detlef D! Soost: Ich glaube, dass durch das eher atheistisch proletarische Lebenssystem in der DDR viele Werte wie gegenseitiges Verständnis, Empathie oder Hilfe für Schwächere auf der Strecke geblieben sind. Vor allem in den kleineren Städten mit wenig Weit- und Weltsicht scheint das der Fall zu sein. Viele Menschen verlieren sich außerdem im Frust über ihre eigene Unfähigkeit, ihr Leben in die richtige Richtung zu lenken und sind deshalb verdrossen und resigniert.

Sie selbst haben afrikanische Wurzeln. Hat das in ihrer Jugend zu Situationen geführt, in denen Sie angefeindet wurden? Und wie ist das heute: Erfahren Sie Diskriminierung?

Detlef D! Soost: Ich selbst habe zu DDR-Zeiten auch rassistische Situationen erlebt. Heute, gerade in einer Weltstadt wie Berlin, ist das eher nicht mehr der Fall.


Was glauben Sie ist der Grund für den offenbar wachsenden Fremdenhass in unserem Land?

Detlef D! Soost: Ein großes Problem ist die fehlende Aufklärung über das, was da in den nächsten Jahren kommen wird. Das schafft Verunsicherung und diese Verunsicherung treibt die Menschen zu den Rechtsradikalen. Im Grunde ist es ja auch extrem einfach, sich auf deren Seite zu schlagen. Man hat direkt ein Feindbild und muss sich nicht über die doch sehr komplexe Lage informieren, um sich selbst eine differenzierte Meinung zu bilden. Für Rassisten ist jeder, der nicht Deutsch aussieht und womöglich nur gebrochen oder gar kein Deutsch spricht, gleich ein potenzieller Gegner.

Detlef D! Soost: Dass man sein Auto beim Japaner kauft, seine Pizza beim Italiener isst, sich die Nägel im Asia-Nagelstudio machen lässt usw. spielt dabei offensichtlich keine Rolle mehr. Hauptsache, es existiert ein Sündenbock, dem man die Schuld zuschieben kann, wenn das Leben nicht so läuft, wie man es sich wünscht. Es erfordert doch weit mehr Courage, in den Spiegel zu schauen und sich einzugestehen, dass man es selbst nicht hinbekommen hat.

Welche Art von Umgang mit Flüchtlingen wünschen Sie sich – im Alltag der Menschen und in der Politik?

Detlef D! Soost: Jeder sollte nach seinen ganz persönlichen Mitteln und Möglichkeiten eines tun: Helfen! Engagement für Schwächere zahlt sich immer aus. Jeder von uns kann einmal unverschuldet in Not geraten und auf die Hilfe anderer angewiesen sein.

Engagieren Sie sich selbst bei diesem Thema? Was tun Sie persönlich?

Detlef D! Soost: Wir gehen alle zwei Wochen ins Flüchtlingsheim und bringen Kleidung oder Spielsachen vorbei. Am 6. September veranstalten wir einen Fitness Yoga Dance Workshop in unserer Schule. Die kompletten Einnahmen spenden wir für Flüchtlinge.

Meine Lieben!Kate und ich werden in der D!'s Dance & Fitness School am 06.09.2015 einen Special Workshop geben. Mit...

Posted by Detlef D! Soost on Montag, 31. August 2015

 

Tags: , , ,



Back to Top ↑