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8. September, 2015

Indira Kolumne: Supernaiv im Superlativ

Schon wieder ein Superstar, dem der Gipfel, auf dem er thront, nicht hoch genug ist! Diesmal ist es Rapper, Produzent, Daddy und Möchtegernpräsident Kanye West, der die Hiphop-Hand hebt, um nach den Sternen zu greifen.

Bei dem gläsernen Medienehepaar Kanye West und Kim Kardashian ist es ein bisschen wie in dem Märchen vom Fischer und seiner Frau. Nur, dass hier sozusagen beide die Frau sind. Beides Ilsebills, denen selbst der Superlativ nicht gut genug ist.

Die beiden zählen zu den Topverdienern der Hyperpromi-Ehepaare. Als ich hörte, dass Kanye jetzt auch noch Präsident werden will, war mein erster Gedanke: Papst hätte ich origineller gefunden.

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Mein zweiter Gedanke war die Parallele zu Walter Freiwald, der sich doch tatsächlich mal als Bundespräsident beworben hat. Zum Glück hatte Walter keinen Butt in Reichweite. Gemeint ist natürlich der gleichnamige Plattfisch, nicht die englische Entsprechung zu wessen Hintern auch immer.

Der Butt hätte vermutlich mit seinem dicken Kopf geschüttelt, wenn Ilsebill Kim ihm den Wunsch ihres Mannes mitgeteilt hätte. Insofern sind wir ab jetzt alle ein bisschen Butt, oder? Hallo? Realitätscheck?!

Man fragt sich allen Ernstes, an welcher Station der Persönlichkeitsentwicklung dieser nimmersatten Menschen etwas schief gelaufen sein könnte, dass sie so vehement nach unbegrenzter, überhoher Position und Macht streben, wie ein Fass ohne Boden nach einem Boden.

Nehmen wir mal an, Kanye West ist ein Fass ohne Boden, wäre der Wunsch nach einem Boden wohl der einzig sinnvolle Wunsch und der bodenständigste im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Portion Gratisanerkennung gleich dazu. Stattdessen wünscht er sich völlig am Thema vorbei, ins Weiße Haus zu ziehen und Präsident zu spielen.

Dabei ist der aktuelle Spielplatz von Kanye West doch gar nicht sooo übel. Er ist seit Jahren ein sehr erfolgreicher Macher. Musikproduzent, Künstler, Modedesigner, in den Kardashian-Clan eingeheiratet und Vermögensverwalter in eigener Sache. Immer im stillen Wettstreit mit Konkurrenz-Super-Ehepaaren wie den Super-Kombis Jolie/Pitt, Beckham/Beckham, JayZ/Knowles oder Douglas/Zeta-Jones.

Überpaare, wie einst das wohl erste Promi-Ehepaar der Geschichte Cäsar und Cleopatra, die Einfluss und Macht durch Symbiose bis ins unermessliche zu potenzieren versuchten. Mit dem einzigen Unterschied, dass West/Kardashian ihrem Drang, im Superlativ zu leben, auch hier alle Ehre erweisen, weil sie wirklich die Exhibitionistischsten von allen sind.

2020 also Kandidatur zum US Präsidenten. OMG, schon drängen sich Szenen von Kanyes Wahlkampfphase gedankenbildlich auf. Da es ihm zu anstrengend ist, von Wahlkreis zu Wahlkreis zu jetten, geht er ausschließlich in Shows. Und ich sehe, wie Kanye in Manier des legendären Tom-Cruise-Gedächtnis-Auftritts bei Oprah Winfrey völlig wahlkampftoll auf deren Studiocouch rumspringt und schreit:

 „YES, I CAN! …become President of the United States of Americaaa!“

Auf die Frage, wie es denn so in den einzelnen Wahlkreisen läuft, formt er mit der rechten Hand ein E, mit den linken ein W und sagt, dass er die West und die East Coast voll im Griff hat. Und dass er aktuell Rodeo-Stunden nimmt und ein Country-Album rausbringt, um final auch Texas zu bekommen…

Dann doch lieber Obama, denkt sich so mancher Texaner.

Warum nur will er ausgerechnet Präsident werden? Und hat er sich diese Frage überhaupt schon selbst gestellt? Kanye West hat seine Hausaufgaben nicht gemacht und vergessen, sich die drei Säulen der Sesamstraße ins Gedächtnis zu rufen: „…Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!“

Hätte er das getan, würde er vermutlich doch lieber Papst werden wollen, bis er sich auch da den drei ??? stellt.

Aber da wir uns alle die Frage nach dem Warum stellen, könnte man ihm zumindest charmant durch die Blume neue Anreize geben:

 

Lieber Kanye,

du und deine bezaubernde bekommt bald Euer zweites Kind! Es ist einen ehrenwerte Errungenschaft, wenn man zum Ziel hat, großartige Eltern zu sein. Man bekommt dafür die Anerkennung seiner Kinder. Das ist für Millionen von Müttern und Vätern auf der ganzen Welt der absolute Superlativ, das erstrebenswerterteste. Denn als Eltern zu scheitern, wäre viel verheerender, als im Streben nach Macht zu scheitern. Wer weiss schon, was aus der guten Saat wird, wenn man sie sorgsam aufzieht. Manche Kinder sollen schon Präsidenten geworden sein…

Ich wünsche alles Gute und gesunde Kids!
Deine Indira

 

 

 

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