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29. Oktober, 2015

Indira Weis Kolumne: Ding Dang Dung oder Veni Vidi Vici- Liebeserklärung an die Alliteration

Ich liebe sie, die Alliteration. Verdammt verliebt und voll verknallt in dieses stimmige Stilmittel. Aber die alliterarische Königsdisziplin ist das tüchtige Tautogramm. Sicher sucht sich hierbei der Anfangslaut sehr sinnlich Seinesgleichen.

Von Werbeprofis ganz bewusst eingesetzt, wie beispielsweise bei dem Werbeslogan der Milchindustrie aus den 50ern:
“Milch macht müde Männer munter!“

Ein echt einprägsamer Erguss einzigartig erfinderischer Wortkunst. Könnte Kolumnen damit voller Freude füllen. Und ist doch wahrlich eine Kolumne für alle Freunde des weise wirksam gewählten Wortes wert. Das bestimmt berühmteste und bekannteste Tautogramm bleibt ungeschlagen:

“veni, vidi, vici!“

venividiviciMit diesem formvollendet formulierten alliterarischen Klimax beschrieb Caesar einst einen seiner Siegeszüge. Wen wunderts, wenn wortgewandte Werbetreibende veni vidi vici wählen, um unmissverständlich Produkte zu platzieren.

Veni, Vidi, Wiici! war der witzige Werbeslogan der Wii. Oder Veni, Vidi, Vista! von Microsoft für Windows Vista. Bedacht benutzt beschrieben die Slogans sozusagen siegessicher Siegeszüge der jeweiligen Superprodukte.

Sogar im Wappen von Philip Morris auf jeder Marlboroschachtel steht ganz klein Veni, Vidi, Vici.

Und was hat das jetzt alles mit Ding Dang Dung zu tun? Denn das Ding, dass dank Dang zum Dung degradiert wurde, hat es ja leider noch nicht in die Sphären der willkürlich wortverwaltenden Werbekunst geschafft.

Ok, ich löse langsam auf:

Immer wenn mir, wie auch heute in einem Gespräch die Worte fehlen, greife ich grausam zu vokalvergewaltigenden Wortkreationen wie Dingsbumsdangsbums oder eben Ding Dang Dung. Als ich in diesem derben Dialog heute um Antwort bat u.a. über was ich die nächste Kolumne schreiben soll, wurde der Bock zum Gärtner gemacht und ich bekam als Antwort:

Ding Dang Dung.
Gesagt getan. Gern geschehen.

Dadurch driftet das derbe Ding Dang Dung zwar nicht in die Annalen anerkannter Alliterationen, aber allesinallem ist es eine.
In inniger Inbrunst,

Indi

 

Ding Dang Dung. Dingsbumsdangsbums.

Ein von Indira Weis (@indiraweis) gepostetes Foto am

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