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20. Januar, 2016

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Indira Weis: Sie ist wieder da! Die Schlaghose

Endlich dürfen wir alle wieder einen Schlag haben!!!! Zumindest hosentechnisch. Wurde nach der nimmer zu enden scheinenden Ära der Röhren-Jeans und Leggings auch echt Zeit. Ganz im Ernst: Leggings erfordern extrem geile Beine und brasilianische Ärsche oder extrem lange Oberteile, um jene Extremitäten bei nichtvorhandener Perfektion in punkto Geilheitsskala zu verdecken.

Als vor rund acht Jahren die Leggings nach den 80ern ihr Revival feierte und in Paris und Mailand an 2,80 Meter großen 14-Jährigen über die Laufstege geschickt wurde, musste ich natürlich auch sofort eine haben. Shoppingalarm. Umkleide. Ernüchternde Wahrheit: Oberschenkel und Hintern passen irgendwie nicht zum Outfit. Ich sehe aus wie das traurige, gepresswurstete Ende der Fashionkette, gefunden auf einem Wühltisch eines Billigdiscounter. Als ich Fashionvictim mir dann auch noch die erste hautenge Röhrenjeans kaufen wollte, ach du heiliger Bimbam.

Komischerweise schossen mit einem Mal diverse Fitnessketten wie Pilze aus dem Boden. Zum Beispiel McFit – die McDonald’s Version von Muckibude. Gleich angemeldet.

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Umso glücklicher bin ich, dass diese hautenge Hosenphase nun Ablöse gefunden hat. Also für einen ganz, ganz, ganz kurzen Moment erschauderte mich allerdings die ZUM GLÜCK sehr kurze Renaissance der Karottenjeans (als lockerflockige Fetzenversion zum Hochwasserhochkrämpeln auch zur Boyfriend-Jeans modernisiert betitelt). Diese Abart von Hose ist noch immer bei Fashionbloggern und Hipstern vertreten, allerdings hat es die unförmige Karottenjeans noch nicht in den Massenmarkt geschafft.

Aber jetzt zurück zur Schlaghose. D a s It-Piece der Hippie Bewegung. Eine modische Rebellion, die der Elvis Generation, der 68er Bewegung von Langhans, Dutschke & Co. bis Ende der 70er Ausdruck verlieh. Ich bin Jahrgang ’79 und selbst meine indische Mama tauschte damals ihren Sari gegen das Hosenkleid, das an den Hüften eng sitzt und an den Beinen unermesslich weit ausartet.

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Ich hatte demnach in den 80ern nichts mehr davon mitbekommen. Aber gerade als sich mit 13 so etwas wie modisches Bewusstsein entwickelte, war sie plötzlich wieder da. Die 90er hatten doch tatsächlich erstmals aus lauter 80er-Verzweiflung mit einem Schlag die Schlaghose wieder an die Modefront rekrutiert. Eine künstliche Wiederbelebung der Flower-Power Zeit, bei der VIVA Generation auch “Girlie Bewegung“ genannt.

Alle Mädels färbten sich die Haare mahagonirot, rannten zu Miss Sixty, Second-Hand Läden oder zu Muttis Altkleidersammlung. Manche rein modisch, manche gepaart mit übertrieben linksradikaler Reformhaus-Öko-Überzeugung. Und das bis Anfang der 2000er. Muss man sich mal vorstellen. Selbst ich trug bei meinem Abitur 1998 meine eigentlich pechschwarzen Haare rot inklusive Schlaghose.

Danach setze die Bootcut-Jeans einen Schlussstrich und alle dachten: Ok, das wars endgültig. Und siehe da, rund 15 Jahre später ist sie wieder da. Gut, gemessen an Mailand/Paris schon an Pioniermodellen 2009-10. Also alle Jahrzehnte wieder, oder?

Liebe Schlaghose,

Du hast mehr Power, als es eine der Bewegungen, in denen du getragen wurdest, jemals hatte. Du bist nicht nur Teil der Geschichte. Du bist eine textile Reinkarnation. Unkaputtbar. Unfassbar geil. Und titelverteidigender als es ein Ali oder Klitschko jemals sein werden. Schön, dass du wieder da bist!

Deine Hippie-Indi mit Schlag

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