GIB MIR 5! Ruth Moschner gibt dem „Insektensommer“ des Naturschutzbundes Deutschland ein prominentes Gesicht. (Foto: Bernd Jaworek)

7. Juni, 2019

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Ruth Moschner: „Als Kind habe ich gerne mit Raupen gespielt“

Ruth Moschner gibt dem „Insektensommer“ des Naturschutzbundes Deutschland ein prominentes Gesicht. Im smalltalk-Interview spricht sie über die Motivation, die hinter ihrem Engagement für die Sechsbeiner-Zählaktion steckt.

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge 33.000 Insektenarten. Über die meisten davon liegen dem Naturschutzbundes Deutschland (NABU) jedoch keine Daten vor. Diesem Umstand tritt der Verband mit seiner Aktion „Insektensommer“ entgegen, bei der Laien dazu aufgerufen sind, Sechsbeiner zu zählen und die Ergebnisse an den NABU zu übermitteln. Die erste Phase endet am kommenden Sonntag, eine weitere folgt vom 2. bis 11. August. Eine prominente Unterstützerin des „Insektensommers“ ist die Moderatorin, Autorin und Ernährungsberaterin Ruth Moschner. Im smalltalk-Interview spricht sie über die besondere Bedeutung von Insekten, ihr Verhältnis zu den Sechsbeinern und über mögliche politische Ambitionen.

 

Ruth, du gehörst zu den prominenten Paten des NABU und beteiligst dich an der Aktion „Insektensommer“. Warum ist dir diese Aktion wichtig?

Ruth Moschner: Wir brauchen Insekten, um unsere Ökosysteme zu erhalten. Sie bestäuben Obst- und Gemüseblüten, graben die Erde um, entsorgen Müll, sind Futter für Fledermäuse, Vögel und andere Tierarten. Aber die Zahl der Insekten sinkt dramatisch, weil es an Lebensraum fehlt und der Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat sie vergiftet. Rotten wir die Insekten aus, rotten wir uns selbst aus!

Wie kann man beim „Insektensommer“ mitmachen?

Ruth Moschner: Einfach bis zum 9. Juni bei sonnigem Wetter ein begrüntes Fleckchen suchen, egal ob auf dem Balkon, Terrasse, Garten oder einem öffentlichen Platz mit Blumen eine Stunde lang alles zählen, was sechs Beine hat. Spinnen, Milben und Asseln zählen also nicht. Auf der Seite www.nabu.de gibt es ein Meldeformular zu den unterschiedlichen Insektengruppen.

Für viele Menschen sind die Insekten lästige Krabbeltiere. Wie ist es bei dir? Hattest du schon immer ein Faible für Blattlaus, Fliege und Co. – und sind dir bestimmte Sechsbeiner besonders sympathisch?

Ruth Moschner: Als Kind habe ich gerne mit Raupen gespielt. Besonders die bunten, mit Haaren. Wunderschön! Für mich waren die interessanter als nach der Metamorphose zum Schmetterling. Ich fand im Biologieunterricht die Storys rund um die Fruchtfliege herrlich. Die hat angeblich so einen verpeilten Flugweg, dass ihre Feinde meist nicht in der Lage sind, sie zu fangen und zu fressen. Die Gottesanbeterin ist außerdem faszinierend, weil die Kerle einen ziemlichen Respekt vor dem Weibchen haben. Und Hummeln natürlich! Aber wer mag die possierlichen Flugbärchen nicht.

Das Thema Naturschutz rückt nicht zuletzt im Zusammenhang mit den aktuellen Diskussionen um CO2-Ausstoß und Klimawandel immer stärker in den politischen Fokus. Könntest du dir vorstellen, dich offiziell an dieser Debatte zu beteiligen – sagen wir, so wie Sarah Wiener, die jetzt für die österreichischen Grünen ins Europaparlament eingezogen ist?

Ruth Moschner: Ich bin seit etwa 20 Jahren NABU-Mitglied, die machen die Grätsche zwischen Naturschutz und Politik echt gut. Ich hätte schon ein paar ganz gute Ideen, was Umverteilung und Strukturwechsel in Agrarwirtschaft und Gesundheitswesen angeht. Aber ich denke, dass man sich den Idealismus sehr schnell verkneifen muss. Das Drumherum mit Lobbyisten, Chauvis, Kompromisse… Nee, da bin ich nicht so cool wie Annalena Baerbock, Sahra Wagenknecht oder Angela Merkel. Ich wäre wahrscheinlich ständig frustriert. Sarah Wiener ist da genau richtig. Sie hat eine gute Kondition, was Debatten angeht.

In letzter Zeit ist immer mehr von Insekten als Proteinquelle zu lesen. Du beschäftigst dich ja viel mit dem Thema Ernährung. Was hältst du von Grillen, Mehlwürmern und Co. auf dem Teller?

Ruth Moschner: Ameisen, Termiten, Mehlwürmer und Grillen habe ich schon gegessen und fand es in der herzhaften Variante tatsächlich sehr lecker. Die ganzen Protein-Riegel und Burger mit Insektenmehl betrachte ich allerdings skeptisch. Da habe ich eine Hemmschwelle. Ich esse aber auch lieber einen ganzen Fisch statt zusammengebautes Formfleisch.

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