GIB MIR 5! Foto: Film- und Medienstiftung NRW

27. August, 2019

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Petra Müller: NRW als Games-Standort Nummer 1

Die gamescom in Köln hat in der vergangenen Woche mit 373.000 Besuchern eine neue Rekordmarke gesetzt und ihren Status als größte Computer- und Videospielemesse der Welt untermauert. Auch die Games-Branche im gastgebenden Bundesland Nordrhein-Westfalen nutzte das Großereignis einmal mehr, um sich und ihre Projekte zu präsentieren. Nicht zuletzt spielt auch die Games-Förderung eine immer wichtigere Rolle für die Entwicklerszene an Rhein und Ruhr. Im smalltalk-Interview spricht Petra Müller, die Geschäftsführerin der zuständigen Film- und Medienstiftung NRW, u.a. über die Bedeutung der gamescom, die Stärken des Games-Standorts Nordrhein-Westfalen und ihr persönliches Interesse am Thema Games.

 Frau Müller, am Wochenende ist die elfte Ausgabe der gamescom zu Ende gegangen. Welchen Stellenwert hat die internationale Messe für Computer- und Videospiele aus Ihrer Sicht als Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW?

Petra Müller: gamescom und Berlinale sind die führenden Medienevents Deutschlands, bei denen Branche und Publikum zusammenkommen und enorme internationale Strahlkraft entwickeln. Dass Köln der richtige Ort für die gamescom ist, mag kaum jemand ernsthaft in Frage stellen. Games sind als wichtiger Kultur-, Wirtschafts- und Innovationsfaktor erkannt, und NRW bietet beste Bedingungen für Förderung, Vernetzung und Ausbildung der stetig wachsenden Branche. Auch deshalb ist die gamescom hier in Köln genau richtig und zugleich enorm wichtig für den gesamten Standort und seine Entwicklung. Regionale Entwickler und Publisher können quasi vor ihrer Haustür netzwerken, vertreiben, akquirieren, pitchen usw.

Seit 2011 ist die Film- und Medienstiftung auch als Förderin für Games aktiv. Gibt es Beispiele für besonders erfolgreiche Projekte bzw. Studios, die in diesem Rahmen unterstützt worden sind?

Petra Müller: Bei der gamescom gab es zuletzt im Rahmen des NRW-Empfangs eine so genannte „Scheck is back“-Übergabe durch Gerald Köhler von Winning Streak Games. „Dream Team“ wurde von der Film- und Medienstiftung NRW erst Ende 2018 mit 70.000 Euro Prototypenförderung unterstützt und hat nun in Rekordgeschwindigkeit das komplette Geld zurückgezahlt. Das zeigt: Bei schneller und unkomplizierter Förderung kann es auch ein schnelles Ergebnis geben!

Das Land NRW hat die jährlichen Mittel für die Games-Förderung in der Film- und Medienstiftung Anfang 2019 auf drei Millionen Euro verdreifacht. Zudem haben Sie sich in diesem Bereich personell verstärkt. Wie wichtig sind diese Maßnahmen für die Entwicklung des Games-Standorts Nordrhein-Westfalen?

Petra Müller: Extrem wichtig. NRW versteht sich als Games-Standort Nummer 1. Dazu gehört vor allem auch eine gut ausgestattete Förderung, die die hiesigen Unternehmen in ihrer Entwicklung angemessen begleiten kann. In ihrer finanziellen Ausstattung und Effizienz ist die Förderung der Film- und Medienstiftung NRW inzwischen vorbildlich.

Welche Maßnahmen wären aus Ihrer Sicht noch wünschenswert, um die Games-Branche in Nordrhein-Westfalen und insgesamt in Deutschland zu stärken?

Petra Müller: In NRW wird die Branche nicht nur mit Geld unterstützt – Vernetzung, Kontakte und Mentoring sind mitunter genauso wichtig: Die Film- und Medienstiftung NRW fördert Branchenevents wie den Deutschen Entwicklerpreis, die Clash of Realities oder die Womenize! Cologne. Das Mediennetzwerk.NRW ist die Service- und Informationsplattform für die digitale Medienszene, das Mediengründerzentrum NRW bietet ein einjähriges Stipendium und Coachingprogramm für junge Medienunternehmer, und hier entwickeln wir gerade spezifische Angebote für Games-Gründer. Auf Bundesebene braucht die gesamte Branche eine baldige positive Entscheidung zur Games-Förderung. Denn nur so kann Deutschland im Wettbewerb mit Ländern wie Frankreich, Kanada oder Polen bestehen, in denen schon lange ausgezeichnete Bedingungen für Games-Entwickler herrschen. Das gilt im Übrigen auch für die flächendeckende Netzversorgung.

Zum Abschluss: Sind Sie eigentlich auch privat am Thema Games interessiert? Falls ja: Gab es eine Neuerscheinung bei der diesjährigen gamescom, die Ihnen besonders gefallen hat?

Petra Müller: Absolut. Ich mag NRW-Entwicklungen wie „Fiete“, „Squirrel & Bear“ oder „Omno“ sehr. Aber vor allem faszinierend von jeher sind bildstarke Spielewelten wie „Assassin’s Creed“, „GTA“, „Red Dead Redemption 2“ oder auch „Cyberpunk 2077“. Da meine Zeit aber immer knapper wird, bin ich mit den Jahren großer „Let’s play“- Fan geworden.

 

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