Kunst Der Kunstexperte und Kurator Dirk Geuer holt erstmals einen Künstler nach Deutschland, dessen Kreativität bislang vor allem in der Kulinarik zu erleben war. In der Geuer & Geuer Art Foundation in Düsseldorf zeigt der Wiener Drei-Sterne-Koch Juan Amador seine Gemälde. (Foto: © Kick-Media)

2. April, 2025

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„Kunst macht glücklich“: Juan Amador bei Geuer & Geuer

Der Kunstexperte und Kurator Dirk Geuer holt erstmals einen Künstler nach Deutschland, dessen Kreativität bislang vor allem in der Kulinarik zu erleben war. In der Geuer & Geuer Art Foundation in Düsseldorf zeigt der Wiener Drei-Sterne-Koch Juan Amador seine Gemälde.

„Jeder Künstler ist im Grunde auf der Suche nach dem Bild der Bilder“, sagte Dirk Geuer kurz vor der offiziellen Eröffnung der ersten Ausstellung von Juan Amador in Deutschland. „Es geht um eine eigene Handschrift. Und diese eigene Handschrift sehe ich bei Juan Amador.“ Am 1. April präsentierte der Kunstexperte und Kurator Dirk Geuer in den Ausstellungsräumen der Geuer & Geuer Art Foundation in Düsseldorf die Arbeiten des Künstlers, der sich bislang vor allem einen Namen als Sternekoch gemacht hat. Der gebürtige Schwabe betreibt in Wien das Drei-Sterne-Restaurant „Amador“. Und er malt.

Nach Amadors erster großer Ausstellung „Convergence“ in der Wiener Nitsch Foundation, die in der vergangenen Woche startete, werden von ihm geschaffene Gemälde jetzt erstmals auch in Deutschland gezeigt. Die gestrige Düsseldorfer Eröffnung faszinierte mit ästhetischen Erlebnissen auf unterschiedlichen Ebenen. Zu den Gemälden gab es kulinarische Offenbarungen, die der Künstler speziell für diesen Anlass als Amuse-Gueule kreiert hatte: Jalapeño-Schaum mit Kaisergranat, Jakobsmuscheln und Ceviche-Sud. Hinzu kam ein spezieller Raumduft. All das zusammen machte Lust auf mehr. Auf mehr Kunst. Und Amador hat noch viel zu bieten.

„Passiv habe ich mich lange schon mit der Kunst beschäftigt“, so Juan Amador. „Aktiv habe ich vor fünf Jahren angefangen.“ Mittlerweile gehe er nahezu jede Tag zu Werke. Beziehungsweise nachts. „Nach der Arbeit im Restaurant gehe ich von der Küche ins Atelier.“ Und er betont: „Beides, das Kochen und das Malen, sind für mich mittlerweile gleichwertig geworden. Beides ergänzt sich.“

Doch worum geht’s in Amadors Bildern? „Grundsätzlich geht’s bei mir nur um die Farbe, darum, Emotionen rauszulassen. Das ist auch eine Reise zu mir selbst. Und das, was dann auf der Leinwand zu sehen ist, passiert einfach.“ Geprägt sind seine Kompositionen von starken Farbkontrasten. Inspiriert von Licht, Bewegung und verschiedenen Stimmungen, erinnern seine Bilder an natürliche, aber dann doch fast schon überirdisch wirkende Lichteffekte – ein Thema, das sich durch die gesamte Düsseldorfer Ausstellung zieht. Der Titel „Polarlichter“ liegt also auf der Hand.

Die Verbindung zwischen dem jeweiligen Bild und der betrachtenden Person entfaltet bei Amador unmittelbar eine Wirkung, die er durch die sorgfältige und vielschichtige Gestaltung scheinbar monochromer Farbflächen erreicht. In ihnen glüht etwas Verborgenes, das an die Oberfläche drängt und durch sein inneres Leuchten in den Bann zieht.

Auf der Basis des Lichts erzielt Amador einen geradezu räumlichen Effekt, der in seinen Bildern genau die meditative Atmosphäre sichtbar macht, die er selbst während des Malens erlebt hat. Dazu gehören im Wortsinn Farbtöne. Denn wenn er nachts im Atelier arbeitet, läuft Musik. Laute Musik. Klassik, Jazz, Rock. Dementsprechend sind die Bilder auch betitelt: „Eyes Without a Face“ nach Billy Idol, „Knockin‘ on Heaven’s Door“ nach Bob Dylan oder „Purple Rain“ nach Prince. „Still ist es da nicht“, so Amador. „Das geht auch gut, weil das Atelier in einem Industriegebiet liegt. Das ist mein Therapiezentrum, mein Kinderzimmer. Manchmal spiele ich auch Schlagzeug.“

Das Malen habe ihn verändert, bekennt er. „Durch das Malen wird man entspannter, man entschleunigt, man wird ruhiger, gelassener. Die Kunst macht glücklich. Kochen aber auch. Beides hat für mich eine Notwendigkeit. Beides macht mich glücklich.“

Juan Amadors Bilder in der Geuer & Geuer Art Foundation in Düsseldorf sind dort noch bis zum 9. Mai zu sehen.

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ronald paul yandere