HP_Seitenwechsel. Literatur und Fußball_Wimpel spanische Autoren-Nationalmannschaft_Foto Landeshauptstadt Düsseldorf_David Young
Bis Anfang 2027 widmet sich die Ausstellung „Seitenwechsel“ in Düsseldorf der Beziehung zwischen Fußball und Literatur. Zu sehen gibt’s zahlreiche Exponate, darunter einen Wimpel der spanischen Autorennationalmannschaft, der Nationaldichter Miguel de Cervantes mit thematisch passendem Kopfschmuck zeigt.
Rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse legt der ehemalige Fußballprofi Christoph Kramer in dieser Woche seinen zweiten Roman „Wolkenberührpunkt“ vor. Doch die schriftstellerischen Aktivitäten des Weltmeisters von 2014, dessen Debütwerk „Das Leben fing im Sommer an“ im vergangenen Jahr zum Bestseller avancierte, sind nur eines von vielen Beispielen dafür, dass Fußball und Literatur keinesfalls in völlig verschiedenen Welten stattfinden. Das untermauert auch die Ausstellung „Seitenwechsel. Literatur und Fußball“, die am vergangenen Wochenende im Heinrich-Heine-Institut in Düsseldorf eröffnet wurde.
Bis einschließlich Sonntag, den 10. Januar 2027 werden dort Werke und Objekte aus mehr als 100 Jahren deutschsprachiger Fußball-Literatur gezeigt. Zu den Exponaten zählt auch ein Fußballtrikot von Günter Grass mit seinem Namen und der Rückennummer 99, das dem leidenschaftlichen Fußballfan einst vom SC Freiburg überreicht wurde. Die Breisgauer zählten zu den Lieblingsvereinen des 2015 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers.
Auch weitere namhaften Autorinnen und Autorinnen, die sich literarisch in der unterschiedlichsten Form mit dem beliebten Ballsport auseinandergesetzt haben, werden in der „Seitenwechsel“-Ausstellung thematisiert. Hierzu zählen Friedrich Christian Delius, Ror Wolf, Peter Handke, Jurek Becker, Ödon von Horvath, Barbi Marković und Tonio Schachinger. Als offizieller Pate der Sonderschau im Heinrich-Heine-Institut tritt der Schriftsteller, Kabarettist und bekennende VfL Bochum-Fan Frank Goosen auf.
Abgerundet wird die Ausstellung u.a. durch sporthistorische Objekte zur Weltmeisterschaft 1954 aus dem Archiv des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Zeichnungen des unlängst verstorbenen Karikaturisten Hans Traxler aus dem Caricatura Museum Frankfurt. Auch die Geschichte der vor gut 20 Jahren von Thomas Brussig („Helden wie wir“, „Sonnenallee“) ins Leben gerufenen Autoren-Nationalmannschaft wird dokumentiert. Hierzu ist u.a. ein Wimpel zu sehen, den das Team vor dem Finale der Autoren-EM 2024 von Gegner Spanien überreicht bekam. Offenbar brachte er den kickenden Literaten aus Deutschland Glück: Sie gewannen mit einem 2:0-Sieg den Titel.
