Kate Hall und Detlef Soost: Ihr Haus wackelte, heute steht es wieder auf festem Fundament
Am heutigen 15. Januar startet auf der Online-Plattform Greator das neue Fitnessprogramm von Detlef Soost und Kate Hall unter dem Titel „NOW – Achtsam Abnehmen“. Gegenüber smalltalk haben die beiden verraten, wie Achtsamkeit ihnen aus einer persönlichen Krise geholfen hat und warum sie heute nicht nur ihre Beziehung, sondern auch ihr Selbstbewusstsein komplett neu denken.
Euer neues Programm heißt „NOW – Achtsam abnehmen“. Warum dieser Titel und wieso lässt sich Achtsamkeit und Abnehmen eurer Meinung nach so gut miteinander verbinden?
Detlef: Das ist eigentlich die Königsfrage, weil sich das ja vermeintlich widerspricht. Warum heißt das Programm „NOW“? Es ist so simpel. Die meisten Menschen verlieren sich darin, für die Zukunft zu planen und sich selbst Versprechungen für die Zukunft zu machen. Deswegen gibt es ja auch diese guten Vorsätze, weil: Da muss ich mir das ganze Jahr über überhaupt nichts vornehmen. Man kann es ja auf den 1. Januar schieben. Und deswegen heißt unser Programm „NOW“. Es gibt nie einen besseren Zeitpunkt und nie einen schlechteren Zeitpunkt als now – jetzt, in diesem Moment.
Was fasziniert euch gerade an dem Thema Achtsamkeit?
Kate: Wir praktizieren Achtsamkeit, um unseren Hormonhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Dauerstress und hohe Stresshormone blockieren nicht nur den Abnehmprozess, sondern auch Regeneration und Zellerneuerung. Das ist wissenschaftlich gut belegt. In unserer schnelllebigen Welt werden wir ständig von Reizen überflutet. Bei sich zu bleiben, ist heute eine echte Herausforderung. Konsumieren haben wir gelernt, Selbstregulation dagegen kaum. Unser überreiztes Nervensystem führt viele Menschen entweder in Übergewicht oder in den Burnout. Daher müssen wir von innen anfangen, nicht wieder von außen. Genau das wussten die Yogis schon vor tausenden von Jahren. Deshalb ist Achtsamkeit das Fundament unseres neuen Programms. Ohne sie bleibt echte Veränderung aus.
Detlef: Auf sich selbst zu achten, macht den großen Unterschied, z.B. beim Etablieren von neuen Routinen. Und Routinen sind der absolute Schlüssel zum Erfolg, wenn ich etwas ändern möchte.
Kate: Ich glaube, es geht vor allem darum, dass wir wieder lernen, uns selbst zu spüren. Etwas, das wir mit der Zeit verlernt haben.
Hat dich Kate ein bisschen auf den Weg Richtung mehr Achtsamkeit gebracht?
Detlef: Nicht nur ein bisschen!
Kate: Ich glaube, wir haben uns gegenseitig inspiriert. Als ich Detlef kennengelernt habe, war ich so unsportlich. In der Schulzeit war ich diejenige, die man zum Schluss ins Team gewählt hat. Ich habe mir jahrelang auch eingeredet: „Ich bin nicht sportlich.“ Und dann komme ich mit einem Mann zusammen, der davon lebt, sich zu bewegen. Das hat mich wahnsinnig positiv beeinflusst. Ich habe in der Zeit eine Yoga-Ausbildung gemacht, aber natürlich auch viel in den Bereichen Personal Training und Pilates gelernt. Das hätte ich sicherlich nie gemacht, wenn ich nicht mit Detlef zusammengekommen wäre.
Ihr habt schon offen darüber gesprochen, dass eure Ehe eine schwierige Phase hatte. Gab es Momente, wo euch klar wurde, dass sich etwas verändern muss?
Kate: Es war ein schleichender Prozess der Entfremdung. Auch bei uns kann der Alltag gefährlich werden, gerade weil man es oft nicht merkt. Deshalb hat Achtsamkeit eine viel größere Bedeutung – sowohl in unserem privaten Leben als auch in unserem neuen Programm. Verliert man diese Achtsamkeit, ganz gleich in welchem Lebensbereich, fehlt irgendwann das stabile Fundament. Und ein gut gebautes Haus braucht nun einmal ein starkes Fundament. Dieses Fundament hatten wir plötzlich verloren, und so begann auch unser Haus zu wackeln.
Detlef: Seit 16 Jahren machen wir privat wie beruflich unglaublich viel zusammen, und eigentlich tut uns das auch gut. Aber mit der Zeit haben wir unser Zusammensein als selbstverständlich genommen und dabei die Achtsamkeit füreinander verloren. Weihnachten 2024 war für uns ein ehrlicher Moment: Wir haben gemerkt, dass wir zwar funktionieren und uns anlächeln, aber innerlich eine gewisse Entfremdung da war. Das war ein echter Wake-up-Call. Diese Erkenntnis war nicht leicht und lässt sich auch nicht einfach „schnell reparieren“. Entscheidend war, dass jeder von uns sich erst wieder selbst gefunden hat. Heute sind wir glücklich miteinander und haben gerade in letzter Zeit wieder sehr bewusste, schöne Momente geteilt.
Und an diesem Fundament zu arbeiten, das ist ja keine Aufgabe für einen Tag, sondern eine Daueraufgabe, oder?
Detlef: Ich würde sogar widersprechen: Es geht nicht darum, am alten Fundament zu arbeiten, sondern gemeinsam ein neues zu bauen. Das war für uns der Schlüssel, um uns wiederzufinden. Diese 80-20-Regel kennt ja jeder: 80 Prozent sind gut, 20 Prozent nerven und trotzdem regen wir uns ständig über die 20 Prozent auf. Unser Appell: Lasst euch gegenseitig los und kümmert euch um euch selbst. Ihr habt euch verloren, weil ihr euch verändert habt – was teilweise auch gut ist. Arbeitet an eurem Mindset, eurer Ernährung, Bewegung, euren Routinen, Regeneration und Achtsamkeit. Dann könnt ihr wieder zueinander finden. Und vielleicht noch ein letzter Gedanke: Es gibt so viele Paare, auch prominente, die Krisen hatten und trotzdem wieder zusammengefunden haben. Wir wollen nicht sagen, wie es funktioniert – aber wir können sagen, wie wir es gemacht haben.


