Angelo Kelly bei „3nach9“: Dankbar für längere Auszeit
In der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“ stellte Angelo Kelly nach einer dreijährigen kreativen Pause sein neues Album „Alive“ vor. Im Gespräch mit Judith Rakers erinnerte er sich zudem an einen merkwürdigen Fan-Moment aus seiner Zeit als jüngstes Mitglied der legendären Kelly Family.
Nach einer fast vierjährigen medialen Auszeit meldete sich Angelo Kelly am Freitagabend im Fernsehen zurück. In der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“ spielte er einen Song aus seinem neuen Album „Alive“. Und Gastgeberin Judith Rakers wollte natürlich wissen: „Angelo, wo warst du?“
Nach den vielen musikalischen Jahren mit der eigenen Familie sowie dem The Kelly Family-Comeback habe er sich nicht einfach direkt wieder in die Musik stürzen wollen, antwortete der irisch-amerikanische Singer-Songwriter. Ihm sei es wichtig gewesen, eine Pause zu machen und Kraft zu tanken. „Ich habe ein Jahr lang nicht einmal die Gitarre angefasst, ganz viel Abstand von allem bekommen“, erklärte er weiter. Gesungen habe er ebenfalls nicht. Erst später habe er langsam wieder angefangen, Songs zu schreiben.
Außerdem sei es wichtig, etwas zu erleben, sonst habe man ja als Songwriter nichts zu erzählen. Die vergangenen drei Jahre habe er überdies genutzt, um Zeit mit der Familie zu verbringen, Hobbys nachzugehen und Freunde zu besuchen – vor allem aber, um Leben und Karriere zu reflektieren.
Dabei erinnerte sich der heute 44-Jährige an die Zeit, in der er als Jugendlicher bereits ein gefeierter Popstar war. Damals sei es schwierig gewesen, ohne Security auf die Straße zu gehen oder auch andere Orte aufzusuchen, wie er im Gespräch mit Judith Rakers und mit Blick auf ein besonders witziges Erlebnis erzählt.
„In einer Hotellobby musste ich kurz zur Toilette“, erzählte Angelo Kelly. Wie immer habe sein persönlicher Security-Mann die Räumlichkeit zunächst in Augenschein genommen. „Schließlich meinte er: ,Okay, ist frei, du kannst gehen‘“, so Kelly. „Ich sitze da also auf dem Topf, als so ein Zettel mit einem Stift von nebenan kommt und eine Stimme fragt: ,Kannst du das für meine Tochter unterschreiben?‘“
Insgesamt habe er eine gute Kindheit und Jugend gehabt. Vieles sei einfach nur aufregend gewesen – aber irgendwann auch einfach zu viel. Dass er sich in den letzten Jahren ins Privatleben zurückziehen konnte, empfindet er übrigens als großes Privileg. Angelo Kelly: „Als Musiker bist du erfolgreich, wenn du davon leben kannst. Und wenn du dann in eine Situation kommst, wo du dir auch eine längere Auszeit nehmen kannst, ist das Wahnsinn. Dafür bin ich sehr dankbar.“


