GEMA ehrt Komponist York Höller für sein Lebenswerk
„Originell, spannungsreich sowie technisch herausragend“, findet die Jury des Deutschen Musikautor*innenpreises der GEMA das Werk von York Höller. Der Kölner Komponist, zu dessen Werken die Oper „Der Meister und Margarita“ gehört, erhält den Preis für sein Lebenswerk.
Am 26. Februar würdigt die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) die Arbeit herausragender Komponistinnen und Komponisten sowie Textdichterinnen und Textdichter mit der Verleihung des Deutschen Musikautor*innenpreises. Die Auszeichnung für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an den Kölner Komponisten York Höller. In der Vergangenheit ehrte die GEMA bereits das Lebenswerk von Persönlichkeiten wie Wolf Biermann, Michael Kunze, Hans Werner Henze, Udo Jürgens, Klaus Doldinger oder Martin Böttchner.
Mit bahnbrechenden Werken wie seiner großen Oper „Der Meister und Margarita“ gehört York Höller weltweit zu den prägenden Komponistenpersönlichkeiten unserer Zeit. Die Musikzeitschrift „Fonoforum“ zählte „Der Meister und Margarita“, in dem der Komponist u.a. auch Musik der Rolling Stones zitiert, zu den zehn besten Opern der vergangenen 50 Jahre. Als Grenzgänger versöhne Höller die Neue-Musik-Szene und den „konventionellen“ Musikbetrieb, so die Jury. Der 82-jährige, mittlerweile erblindete Künstler wird die Ehrung im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 26. Februar in Berlin persönlich entgegennehmen.
Als Komponist und Lehrer hat York Höller die Neue Musik maßgeblich geprägt. Seine einzigartige Musiksprache entwickelte er in der kreativen Auseinandersetzung mit verschiedenen Kompositionsmodellen der Moderne, wobei er sich immer wieder von philosophischen und naturwissenschaftlichen Denkansätzen, aber auch literarischen Texten von Rainer Maria Rilke bis Pablo Neruda inspirieren lässt.
Hinzu kommen neben Einflüssen aus indischer und arabischer sowie europäisch-mittelalterlicher Tradition elektronische und pop-musikalische Elemente. Das von Höller entwickelte Konzept der „Klanggestalten“ manifestiert sich in Arbeiten für große und kleine Besetzungen – von Kompositionen für Soloinstrumente bis hin zu großen Orchesterwerken. Sein Instrumentarium umfasst zudem seit Jahrzehnten Computer, Synthesizer, Sampler und E-Gitarren.
Im Laufe seiner Karriere erhielt York Höller zahlreiche wichtige Kompositionsaufträge. Zum Umzug des Deutschen Bundestages 1999 von Bonn nach Berlin schrieb er beispielsweise das Orchesterwerk „Aufbruch“. Seine Musik wurde und wird von internationalen Spitzenensembles wie den Berliner Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra oder dem BBC Symphony Orchestra London unter renommierten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Pierre Boulez oder Semyon Bychkov aufgeführt.
„York Höllers Musik versöhnt zwei Kulturen miteinander: die Neue-Musik-Szene und den ‚konventionellen‘ Musikbetrieb“, heißt es in der Jurybegründung. „Gleichermaßen frei von modernistischen Klischees, postmoderner Beliebigkeit oder muffigen Retrotendenzen, ist sie originell, spannungsreich sowie technisch herausragend. York Höller ist ein Grenzgänger, der stets unabhängig von Dogmen und Modeerscheinungen seinen eigenen Weg geht und beharrlich ein großes Werk geschaffen hat.“
Die Nachricht, dass er für sein Lebenswerk mit dem Deutsche Musikautor*innenpreis der GEMA ausgezeichnet werde, habe ihn außerordentlich gefreut, so York Höller. „Ich betrachte es auch als große Anerkennung für mein Lebenswerk, zumal die Jury ja auch aus Kolleginnen und Kollegen besteht, die etwas vom Metier verstehen und offenbar meine Musik schätzen. Dass sie mir nun diese Ehre antun wollten und wollen, dafür bin ich sehr dankbar und das finde ich hocherfreulich.“
Der 17. Deutsche Musikautor*innenpreis wird darüber hinaus in verschiedenen weiteren Kategorien verliehen: „Komposition Audiovisuelle Medien“, „Komposition Educational Music“, „Komposition Hip-Hop“, „Komposition Musiktheater/Bühne“, „Komposition Neoclassic/Crossover“, „Text Chanson/Kabarett“ und „Text Singer/Songwriter“. Hinzu kommen zwei Nachwuchspreise (einen für „Ernste Musik“ und einen für „Unterhaltungsmusik“) sowie „Inspiration“ und „Erfolgreichstes Werk“. In der Jury sitzen in diesem Jahr Unsuk Chin, Katie Freudenschuss, Alex Komlew, Michael Maierhof, Monika Roscher, Karo Schrader und Pe Werner.


