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16. Februar, 2026

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Frechheit und Freiheit: Rosenmontag im Fernsehen

Am Rosenmontag laufen sie wieder, die Narren. In Mainz, Köln, Düsseldorf und anderswo. Die ARD überträgt von morgens bis abends diverse Umzüge. Dabei richtet sich der Blick besonders Richtung Düsseldorf, denn dort sind die wilden Wagen von Jacques Tilly zu sehen.

Deutschland dreht durch. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern ganz einfach Karneval. Wer will, nutzt die Zeit, um sich einen Kurzurlaub vom sonstigen Wahnsinn zu gönnen. Angesichts seiner karnevalistischen Erfahrungen in Rom schrieb Goethe, „wechselseitige Frechheit und Freiheit wird durch eine allgemeine Laune im Gleichgewicht erhalten“. Was an närrischem Treiben hierzulande fast zweieinhalb Jahrhunderte später so geboten wird, zeigen diverse TV-Sender am Rosenmontag 2026 in ziemlicher Ausführlichkeit.

Was in Sachen Frechheit und Freiheit in Zeiten wie diesen alles möglich ist, zeigt vor allem der Festzug in Düsseldorf. Dort dürften sich der Satiriker Jacques Tilly und sein Team wieder einiges ausgedacht haben, um den Mächtigen der Welt den Narrenspiegel vorzuhalten. Dass ihre Motivwagen nicht nur abends in der „Tagesschau“ ein Thema sind, sondern beispielsweise auch im Kreml genau beobachtet werden, zeigte sich unlängst, als bekannt wurde, dass Tilly wegen „Verunglimpfung der russischen Armee“ in Moskau angeklagt sein soll.

Der ARD-Sender One überträgt den Rosenmontagszug aus der NRW-Landeshauptstadt von 13:30 Uhr bis 16:00 Uhr live. Kommentiert wird er von Janine Kemmer und „Moma“-Moderator Sven Lorig. Das WDR Fernsehen überträgt ab 15:45 Uhr, die Highlights gibt’s ab 15:30 Uhr im Ersten.

Bereits seit 12:10 Uhr zeigt Das Erste den Rosenmontagszug der Mainzer Fassenacht. Auch dort gibt’s jede Menge politische Motivwagen – und natürlich die typischen Meenzer „Schwellköppe“. Erläutert wird das Geschehen von dem Moderatoren-Duo Patricia Küll und Florian Sitte. Anschließend melden sich um 14:00 Uhr Thorsten Schorn und Monika Salchert aus Köln. Zudem sammeln Reporterinnen und Reporter Eindrücke vom Zugweg und schauen sich den „Zoch“ von Balkonen und geöffneten Fenstern entlang der Strecke an.

Am Abend zeigt Das Erste dann ab 20:15 Uhr die schon traditionelle Kölner Fernsehsitzung am Rosenmontag. Im ausverkauften Gürzenich, der guten Stube der Domstadt, gibt sich das Who’s who des rheinischen Karnevals die Ehre. Das Line-up reicht von Bernd Stelter und Guido Cantz über „Sitzungspräsident“ Volker Weininger, „Dä Blötschkopp“ Marc Metzger bin hin zu hochkarätigen Bands wie Bläck Fööss, Brings, Höhner, Kasalla und Cat Ballou. Selbstverständlich darf auch das Kölner Dreigestirn, also Prinz Niklas I. (Niklas Jüngling), Bauer Clemens (Clemens von Blanckart) und Jungfrau Aenne (Stefan Blatt), nicht fehlen.

Der Karneval sei ein Fest, „das dem Volke eigentlich nicht gegeben wird“, schrieb Goethe in seinen Betrachtungen zum römischen Karneval. Vielmehr sei das Ganze etwas, „das sich das Volk selbst gibt“. Eine Weisheit, auf die sich sowohl Enthusiasten als auch Verächter der fünften Jahreszeit verlassen können, stammt von dem Kölner Karnevalssänger Jupp Schmitz: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei.“

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ronald paul yandere