„Hass. Hetze. Hoffnung“ beschert RTLzwei den Grimme-Preis
Zum 62. Mal wird der Grimme-Preis vergeben. Neben zahlreichen öffentlich-rechtlichen Produktionen ist diesmal u.a. auch RTLzwei mit dem Doku-Zweiteiler „Hass. Hetze. Hoffnung.“ unter den Preisträgern. Er thematisiert den gewaltsamen Tod einer chinesischen Studentin in Dessau.
Die Entscheidungen der Jurys sind gefallen: Am heutigen 12. März wurden die Trägerinnen und Träger des 62. Grimme-Preises bekannt gegeben. Insgesamt 16 herausragende Produktionen aus den Wettbewerbsbereichen „Fiktion“, „Information & Kultur“ „Unterhaltung“ sowie „Kinder & Jugend“ werden geehrt. Hinzu kommen drei Sonderpreise, darunter die „Besondere Ehrung“ des Grimme-Preis-Stifters Deutscher Volkshochschul-Verband für „Wetten, dass..?“-Erfinder Frank Elstner.
Im traditionell öffentlich-rechtlich dominierten Wettbewerb darf sich diesmal auch RTLzwei über eine seltene Auszeichnung freuen. Der Privatsender, der vor 30 Jahren schon einmal den Grimme-Preis für eine fiktionale Produktion („Der Sandmann“) erhielt, wird erstmals in der Kategorie „Information & Kultur“ geehrt. Die Auszeichnung geht an den Dokumentarfilm „Hass. Hetze. Hoffnung.“. Der von Neos Film und Gute Zeit Film für RTLzwei produzierte Zweiteiler thematisiert den Fall der chinesischen Studentin Li Yángjié, die 2016 in Dessau ermordet wurde, und setzt sich mit Alltagsrassismus und stereotyper Sexualisierung auseinander.
Im fiktionalen Bereich gibt’s in dieser Grimme-Saison Auszeichnungen für die Coming-of-Age-Comedyserie „Tschappel“ (ZDF), den auf wahren Begebenheiten basierenden Achtteiler „Die Affäre Cum-Ex“ (ZDF/DR/New8), das Drama „Die Nichte des Polizisten“ (SWR/NDR) sowie die „Tatort“-Folge „Dunkelheit“ (HR) mit den Hauptdarstellern Melika Foroutan und Edin Hasanović. Einen Spezialpreis in dieser Kategorie erhält „Unterwegs im Namen der Kaiserin“ aus der ZDF-Reihe „Das kleine Fernsehspiel“. Darüber hinaus wird der Deutsche Fernsehpreis-Gewinner „KRANK Berlin“ (ZDF/Apple TV+) mit dem Preis der Grimme-Studierendenjury geehrt.
„Dieser Grimme-Preis-Jahrgang zeigt erneut, wie vielfältig im deutschen Fernsehen aktuelle Themen der Zeitgeschichte wie Rassismus, Rechtsradikalismus und die prekäre Lage des Gesundheitssystems, aber auch neuere deutsche Geschichte erzählt werden“, kommentiert Çiğdem Uzunoğlu, Direktorin des Grimme-Instituts, die bei einigen Themen aber auch Nachholbedarf sieht: „Die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?“, fragt sie in ihrem Statement zur Bekanntgabe der Preisträger.
Aktuelle Interviews mit u.a. Uzunoğlu und den Juryvorsitzenden sind auf dem YouTube-Kanal des Grimme-Instituts abrufbar. Die Verleihung des 62. Grimme-Preises findet am Freitag, den 24. April im Theater der Stadt Marl statt. Durch den Abend führt Moderatorin Linda Zervakis. Ab 22:25 Uhr erfolgt eine zeitversetzte TV-Ausstrahlung bei 3sat.


