„Preis der Freiheit“: Dritter Polyton in Berlin verliehen
Die Akademie für Populäre Musik verlieh am 25. März in Berlin den Musikpreis Polyton. Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Genres. Den „Schlager“-Preis überreichte Entertainer Bruce Darnell an den Sänger und Moderator Giovanni Zarella.
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, die der Deutsche Musikpreis Echo seit seinem Ende vor acht Jahren hinterlassen hat, konnte bislang nicht wirklich gefüllt werden. Doch es tut sich was. Zunehmend relevant wird beispielsweise der Deutsche Musikautor*innenpreis, den die GEMA im vergangenen Monat in Berlin verlieh. Gestern blickte die Branche erneut Richtung Hauptstadt, denn dort wurde am Abend der Polyton vergeben.
Die von der Akademie für Populäre Musik (AfPM) am 25. März zum dritten Mal ausgerichtete Ehrung fand vor geladenen Gästen im Atelier Gardens am Tempelhofer Feld statt. Ausgezeichnet wurden Künstlerinnen und Künstler in neun Kategorien von Punk und Rap bis Schlager und Rock. Dass dabei nicht alle Preisträgerinnen und Preisträger anwesend waren, war schon ein wenig bedauerlich, doch die Anwesenheit von Leuten wie Herbert Grönemeyer, Giovanni Zarrella, Balbina, Ikkimel, Berq, Johannes Oerding, Heinz Rudolf Kunze, Annett Louisan oder der Band Donots zeigte dann doch, die ebenso genre- wie generationenübergreifende Relevanz.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, dessen Ressort die Arbeit der AfPM über die Initiative Musik fördert, sagte auf dem pinken Teppich: „Wir brauchen Bühnen für unsere tollen Künstlerinnen und Künstler. Sie müssen hergezeigt werden.“ Weimer lobte den Polyton wegen seiner Unabhängigkeit. Für ihn sei er „ein Preis der Freiheit“. Wichtig sei, dass die Stimmen der Künstlerinnen und Künstler hörbar werden. Eine ursprünglich angekündigte offizielle Rede des Ministers war kurzfristig abgesagt worden.
Mit einem Polyton wurden am Mittwochabend ausgezeichnet: die Sängerinnen Nina Chuba (Pop), CATT (Indiepop) und Domiziana (Hyperpop), der Rapper SSIO (Rap), die Bands Turbostaat (Punk) und Kadavar (Rock), die DJ-Künstlerin Ellen Allien (EDM) sowie der Entertainer Giovanni Zarrella (Schlager). Ein Newcomer-Preis ging an den Sänger Jonny Mahoro.


