Bei der Duftstars-Verleihung in Düsseldorf begrüßten Fragrance Foundation-Präsident Udo Heuser und Geschäftsführer Andreas Fuhlisch am 18. August u.a. den Preisträger Henning Kreke und seine Frau Jane. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Douglas richtete Kreke mahnende Wort an die Branche. Foto © smalltalk
Bei der Duftstars-Verleihung in Düsseldorf begrüßten Fragrance Foundation-Präsident Udo Heuser und Geschäftsführer Andreas Fuhlisch am 18. August u.a. den Preisträger Henning Kreke und seine Frau Jane. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Douglas richtete Kreke mahnende Worte an die Branche.
Heiß war es. Ein tropischer Abend in der Rheinterrasse von Düsseldorf – der dann zur tropischen Nacht wurde, denn es gab viel zu feiern bei der Verleihung des Deutschen Parfumpreises Duftstars. Am gestrigen 18. Juni zeichnete die Fragrance Foundation Deutschland zum 34. Mal die besten Duftkreationen, Marken und Persönlichkeiten der Parfumbranche aus. Moderatorin Frauke Ludowig führte durch die Gala, in deren Verlauf zahlreiche prominente Duftpatinnen und Duftpaten die begehrten Trophäen überreichten. Mit dabei waren u.a. die Moderatorinnen Sylvie Meis, Stephanie Brungs und Jeannine Michaelsen, deren Kollege Jochen Schropp, Sternekoch Alexander Kumptner sowie Star-Visagist Boris Entrup.
Ludowig führte zügig durchs stramme Preisprogramm. Eine kurze sowie kurzweilige musikalische Pause gab’s auch. Popstar Sasha beehrte die Duftstars und unterhielt die Gäste in der Rheinterrasse und an den Bildschirmen, denn das Event wurde live im Netz übertragen, mit Songs aus seinem Hit-Repertoire. Sein „Lucky Day“ sprach sicherlich den Gewinnern des der Duftstars 2026 aus der Seele. Zu ihnen zählten u.a. die Düfte „J’Adore“ von Dior, und „Bleue des Chanel“, „Oud Voyageur“ von Tom Ford und der Jaguar-Duft „Era Elixir“. Gleich drei Preise gingen jeweils an „La Bomba“ von Carolina Herrera und „Paradigme“ von Prada. Die vollständige Liste der Gewinner gibt’s auf duftstars.de.
Zu den Höhepunkten des Abends gehörte sicherlich der Auftritt von Henning Kreke, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Douglas Holding AG. Er selbst erhielt den „Lifetime Achievement Award“. Die Auszeichnung ging posthum aber auch an seinen 2024 verstorbenen Vater Jörn Kreke, der das Unternehmen aufbaute. Vater und Sohn haben die Beautybranche und den europäischen Einzelhandel überhaupt entscheidend geprägt, wie Fragrance Foundation-Präsident Udo Heuser in seiner Laudatio ausführte.
In seiner Dankesrede bezog Henning Kreke klar Position und betonte die Bedeutung des stationären Fachhandels insbesondere für das Thema Duft. „Einen Duft kann man nicht lesen, den kann man auch nicht unbedingt spüren“, so der Geehrte. Riechen können man ihn nur vor Ort. An diesen Grundsatz knüpfte er das, von dem Udo Heuser später sagte: „Ich glaube, wir haben selten einen Preisträger gehabt, der so mahnende Worte an diese Branche gerichtet hat.“
„Es gibt einen Teil der Branche, der uns allen wehtut und das sind diejenigen Wettbewerber, die nur online verkaufen“, monierte Kreke. Die Online-Onlys täten nichts für die Branche. „Sie verkaufen nämlich letztlich aus einer Lagerhalle und das ist selbstverständlich günstiger als Fachgeschäfte zu bauen, als Personal zu schulen, als einen Laden schön zu gestalten.“ Das einzige Differenzierungsmerkmal sei leider nur der Preis. „Aus meiner Sicht ist das für diese tolle Branche, durch die ein Hauch von Luxus weht, viel, viel zu wenig und eigentlich sehr enttäuschend.“
Die Produkte dürften nicht bagatellisiert und „einfach nur verhauen werden“. Da dies dauerhaft auch den Herstellern schade, appellierte Kreke an diese, auf die Entwicklung zu reagieren und beispielsweise Produkte exklusiv über den Fachhandel verfügbar zu machen. Es brauche allerdings Mut, nicht allein über den Preis zu konkurrieren. Kreke ist überzeugt: „Am Ende kaufen Kunden nicht Produkte, sie suchen vor allem das Gefühl, sich schön und wohlzufühlen.“
