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Mit der Premiere in der Kölner Philharmonie eröffnete das vielfach preisgekrönte Musical „Die Weiße Rose“ am 28. Juli das diesjährige Kölner Sommerfestival. Bis zum 2. August ist das Stück über die studentische Widerstandsgruppe im nationalsozialistischen Deutschland noch in Köln zu erleben.
Sieben Auszeichnungen beim Deutschen Musical Theater Preis 2025, darunter als „Bestes Musical“ – und gestern Abend gab’s nun den Premierenabend in der Kölner Philharmonie. „Die Weiße Rose“ von Musical-Star Vera Bolten und Songwriter Alex Melcher ist seit seiner Uraufführung im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen im Sommer 2025 eines der meistdiskutierten neuen Stücke im deutschsprachigen Musiktheater. Zum Auftakt des 37. Kölner Sommerfestival startete die Produktion des Veranstalters ATG Entertainment am gestrigen 28. Juli nun auch erstmals in der Domstadt.
Im Mittelpunkt des Stücks stehen Hans (Jonathan Guth) und Sophie Scholl (Friederike Zeidler) und ihre Mitstreiter. Die Handlung begleitet die jungen Menschen durch die 30er und 40er Jahre und zeigt, wie aus anfänglichem Mitläufertum schließlich die Entscheidung getroffen wird, sich gegen den Terror des Nazi-Regimes zu erheben. Wie die Geschichte ausgeht, ist bekannt: Den mutigen Einsatz für Freiheit, Vernunft und Menschlichkeit bezahlen die Scholls und ihre Freunde mit ihrem Leben.
Die minimalistische Inszenierung hinterließ nach Berlin, Düsseldorf, München, Füssen und Stuttgart auch beim Kölner Publikum einen tiefen Eindruck. Nachdem der letzte Ton verklungen war, herrschte zunächst betroffenes Schweigen. Das Schicksal dieser mutigen jungen Menschen lässt eben bis heute niemanden kalt. Dann brach der Applaus los. Eine bewegende und angemessene musiktheatralische Auseinandersetzung mit einem sehr ernsten Thema, bei der die Frage, ob man die Geschichte der Weißen Rose überhaupt als Musicalstoff verwenden dürfe, ganz klar beantwortet wurde: Man darf, man muss.
„Wir wollten kein Heldenepos schaffen, bei dem die Charaktere unerreichbar und wie ‚nicht von dieser Welt‘ sind, sondern reale Menschen abbilden, die man kennenlernen möchte, mit denen man sich identifizieren kann. Und all das in einem historisch korrekten Rahmen“, erklärt Autorin Vera Bolten, die auch Regie führte. Ihr Partner Alex Melcher bekräftigt: „Uns war ein großes Anliegen, die Geschichte der Weißen Rose aus den Geschichtsbüchern herauszuholen, weg von den Wörtern und den Schwarzweißbildern – hinein ins echte Leben.“
„Die Weiße Rose“ ist noch bis zum kommenden Sonntag in der Kölner Philharmonie zu sehen. Im Anschluss setzt das Kölner Sommerfestival seinen Spielplan bis zum 23. August mit dem Stück „Dance Me – Music by Leonard Cohen“ des Ballets Jazz Montréal (4. bis 9. August) sowie dem Rosenstolz-Musical „Romeo & Julia – Liebe ist alles“ (12. bis 23. August). Tickets für alle Produktionen sind unter atgtickets.de erhältlich.
