HP_House of Houmsi_Foto_Murat Aslan
Journalistin und Moderatorin Salwa Houmsi spricht in ihrem wöchentlich Video-Podcast über Themen, die sie bewegen – und das mit Erfolg. Im Mai gab’s gleich zwei Mal den Deutschen Podcast Award. KLang-PR-Chefin Kathrin Lang findet das Format „gesellschaftsrelevant, popkulturell, klug, witzig und journalistisch richtig gut“.
Ich bin Jahrgang 1985 und damit wahrscheinlich nicht unbedingt die erste Zielgruppe, an die man bei „House of Houmsi“ denkt. Hostin Salwa Houmsi spricht die Sprache einer jüngeren Generation; ganz selbstverständlich gespickt mit Anglizismen, Internet Culture und Pop-Referenzen, bei denen ich vermutlich nicht immer jede einzelne mitbekomme. Trotzdem gehört ihr Podcast für mich inzwischen zu den Formaten, bei denen ich jede Woche wissen möchte: Was hat Salwa diese Woche gesehen, gehört und gedacht?
„House of Houmsi“ ist für mich viel mehr als ein Popkultur-Podcast. Das zeigt die aktuelle Folge ziemlich perfekt. Salwa spricht über Politik und gesellschaftliche Entwicklungen, über Ikkimel und ein Konzert im IFA-Sommergarten, über Mode, Musik und Menschen, die sie dort entdeckt hat. Zwischendrin erzählt sie von ihrem Sommer, von einigen Wochen Pause nach vielen arbeitsreichen Jahren in der Medienbranche, von Spaziergängen, gelben Blättern und davon, überhaupt erst mal lernen zu müssen, wie sich „Nicht-Arbeiten“ eigentlich anfühlt. So aufgelistet klingt das ganz schön wild zusammengewürfelt. In der Realität des Podcasts ist es das allerdings überhaupt nicht. Houmsi stellt diese Dinge ganz selbstverständlich neben politische und gesellschaftliche Themen. Das eine ist bei ihr nicht wichtiger als das andere, sondern am Schluss hängt alles miteinander zusammen.
Und genau hier kommt für mich ihre journalistische Qualität ins Spiel. Salwa ist wahnsinnig nahbar, persönlich und oft sehr witzig; aber sie ist eben auch eine verdammt gute Journalistin. Man merkt, dass sie recherchiert, Zusammenhänge herstellt und Themen einordnet. Sie hat eine Haltung und macht transparent, aus welcher Perspektive sie erzählt. Gleichzeitig fühlt sich „House of Houmsi“ nie wie eine Radiosendung oder ein Nachrichtenformat an. Eher wie der Monolog einer sehr klugen Freundin, die eine Woche lang alles aufgesogen hat und mir anschließend erzählt, was davon wirklich wichtig ist und warum.
Vielleicht ist genau das auch der Grund, warum dieser Podcast (nicht nur für mich) generationenübergreifend funktioniert. Man muss nicht zur Generation TikTok gehören, um sich für die Fragen dahinter interessieren zu müssen. Im Gegenteil: Durch Salwa bekommt man teilweise Zugang zu einer Popkultur, die nicht automatisch die eigene ist.
Und dann gibt es noch etwas, was ich an „House of Houmsi“ besonders mag: Dieser Podcast ist ihr Baby. Er ist klein und in Eigenregie entstanden, Salwa hat unglaublich viel Arbeit hineingesteckt und man konnte dabei zusehen, wie das Format immer größer wurde. Inzwischen wurde es ausgezeichnet – sogar gleich zweifach beim Deutschen Podcast Award. Salwa stand selbst als Moderatorin bei der Preisverleihung auf der Bühne und ist längst auch im Fernsehen ein Gesicht, das ich sehr gerne sehe; unter anderem bei „aspekte“.
Gesellschaftsrelevant, popkulturell, klug, witzig und journalistisch richtig gut. Genau deshalb ist „House of Houmsi“ mein Podcast-Tipp der Woche.
(Kathrin Lang)
