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14. Oktober, 2019

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Dietrich Grönemeyer: „Globuli heilen keinen Krebs!“

Dietrich Grönemeyer ist einer der bekanntesten praktizierenden Ärzte Deutschlands. Er hat Bestseller u.a. über Rücken- und Herzgesundheit geschrieben. Hinzu kommt seine eigene TV-Sendung „Leben ist mehr!“ im ZDF. Jetzt gibt’s auch noch eine eigene Zeitschrift: „Professor Dietrich Grönemeyer“. In dem bei der Funke-Mediengruppe erscheinenden Magazin geht‘s um eine neue Medizin, die Hightech und Tradition vereint, also genau das, wofür Grönemeyer sich tagtäglich einsetzt. Die erste Ausgabe hat eine Auflage von 100.000 Stück, der Einzelpreis beträgt 6,90 Euro. Wie die Funke Mediengruppe mitteilt, sind für 2020 vier Ausgaben geplant.

 

Herr Professor Grönemeyer, in der vergangenen Woche ist die erste Ausgabe einer Zeitschrift erschienen, die schlicht und einfach Ihren Namen trägt: „Professor Dietrich Grönemeyer“. Was haben die Leser von dieser Publikation zu erwarten?

Dietrich Grönemeyer: Behandlungsmöglichkeiten, angefangen von der Naturheilkunde über die Schulmedizin bis zu den neuesten Hightech-Verfahren. Dazu kommen Informationen zu Umwelt und Psychologie, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie das Wesen und die Ursachen von Leiden und Erkrankungen. Es gibt aber auch Tipps, die helfen können, selbst etwas für sich zu tun. Patienten kommen ebenso zu Wort wie ausgewiesene Experten.

Gesundheit ist ein allgegenwärtiges Thema, „ganzheitlich“ für viele heute ein Zauberwort. Was verstehen Sie konkret darunter?

Dietrich Grönemeyer: Eine Behandlung, die den Patienten als das versteht, was er ist: die Einheit von Körper, Seele und Geist. Das macht jeden Fall zu einem besonderen, auf den sich die Therapeuten individuell einlassen müssen. Der Mensch ist eben kein Auto, dessen Organe sich reparieren oder austauschen ließen wie der Anlasser oder die Bremsbeläge. Andererseits kann man das, was die Schulmedizin etwa im Bereich der Diagnostik oder der Organverpflanzung heute zu leisten vermag, gar nicht hoch genug einschätzen. Nur das ist es nicht allein. Man muss auch die psychische Disposition beachten. Und vor allem müssen die Therapeuten, Naturheilkundler wie Schulmediziner, aufhören, ihre jeweilige Schule als die beste zu verstehen. Auf der Agenda steht das Zusammenwirken. Darauf haben die Patienten einen Anspruch.

Naturheilkunde, Homöopathie, ja sogar Wunderheiler spielen im gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs über Gesundheit eine immer größere Rolle. Gleichzeitig erscheint die sogenannte „Schulmedizin“ vielen Menschen zunehmend kalt und wirkt auf manche sogar gefährlich, was ja nicht zuletzt kulturhistorisch höchst interessant ist. Wie gehen Sie als klassisch ausgebildeter Schulmediziner damit um?

Dietrich Grönemeyer: Scheuklappen sind mir fremd. Ich habe immer versucht, im Interesse meiner Patienten von dem zu profitieren, was andere vor und neben mir machten. Deshalb bin ich auch jahrelang auf den Spuren der Weltmedizin über die Kontinente gereist. Und glauben Sie mir, da gibt es vieles, von dem sich unsere schulmedizinische Weisheit bisher nichts träumen lässt. Zugleich aber kann ich nur davor warnen, allem Glauben zu schenken, was Homöopathie und Naturheilkunde vollmundig versprechen. Auch deren Methoden müssen wissenschaftlich nachprüfbar oder durch die Erfahrung belegt sein. Globuli heilen keinen Krebs! Seriöse Therapeuten wissen das und verweisen, wenn nötig, an den Facharzt, wie dieser in leichteren Fällen zur Naturheilkunde raten sollte. Für mich war das immer selbstverständlich.

Wie sieht Ihre persönliche Arbeit für die Zeitschrift „Professor Dietrich Grönemeyer“ konkret aus?

Dietrich Grönemeyer: Ich setze Schwerpunkte, versuche Experten zu gewinnen und achte darauf, dass sich das Magazin durch Toleranz auszeichnet, durch eine Offenheit gegenüber allem, was uns helfen kann, gesünder zu leben.

Um die Eingangsfrage einmal umzudrehen: Was erwarten Sie von der Zeitschrift „Professor Dietrich Grönemeyer“?

Dietrich Grönemeyer: Dass sie den Lesern hilft, mehr über sich und die unterschiedlichsten Therapieansätze zu erfahren. Denn wir Ärzte sind nicht die Halbgötter in Weiß, die alles schon irgendwie richten können. Vielmehr bilden wir zusammen mit dem Patienten ein Team, in dem man sich auf Augenhöhe begegnen sollte. Je aufgeklärter man selbst ist, desto größer sind die Chancen medizinischer Hilfe.

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