In Klagenfurt wird wieder um die Wette gelesen. 14 Autorinnen und Autoren stürzen sich am Wörthersee ins Rennen um den 50. Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Jubiläumsausgabe rund um den 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann wird live bei 3sat übertragen. (Foto © Horst L. Ebner)
In Klagenfurt wird wieder um die Wette gelesen. 14 Autorinnen und Autoren stürzen sich am Wörthersee ins Rennen um den 50. Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Jubiläumsausgabe rund um den 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann wird live bei 3sat übertragen.
Am heutigen 25. Juni läuft „Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war“ in den deutschen Kinos an. Pünktlich zum 100. Geburtstag der „vielleicht wichtigsten Schriftstellerin ihres Jahrhunderts“, wie Jolinde Hüchtker gerade in „Die Zeit“ schrieb. Regisseurin Regina Schilling und Schauspielstar Sandra Hüller zeichnen darin ein vielschichtiges Porträt einer Frau, die über sich sagte: „Ich existiere nur, wenn ich schreibe. Ich bin nicht, wenn ich nicht schreibe.“ Im Blick haben Schilling und Hüller dabei Bachmanns letzte Lebenstage in Rom. Die Autorin starb dort 1973.
Und dann kommt alles auf einmal: ein Doppelgeburtstag. Wie seit einem halben Jahrhundert immer um diese Jahreszeit beginnt passenderweise heute zum Hundertsten das Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis. Das findet im Rahmen der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt statt und läuft bis einschließlich Samstag, den 27. Juni. Insgesamt 14 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, der Schweiz Österreich und Ungarn stellen sich dem Urteil der Jury um den Literaturwissenschaftler und -kritiker Klaus Kastberger.
Den Auftakt im ORF-Theater des Landesstudios Kärnten machte heute die aus Neuss stammende und mittlerweile in Wien lebende Autorin Fiona Sironic, deren Roman „Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ im vergangenen Jahr auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreises stand. Ebenfalls am ersten Tag lasen der Kölner Kurt Prödel („Klapper“) und die ungarische Sprachwissenschaftlerin und Performance-Künstlerin Kinga Toth.
In den nächsten beiden Tagen lesen u.a. die Journalistin und Romanautorin Seraina Kobler („Tal der Schwalben“) aus Zürich, die in Berlin lebende Österreicherin und vor allem für ihre Hörspiele und Theaterstücke bekannte Magdalena Schrefel („Die vielen Stimmen meines Bruders“) sowie der Grazer Lyriker Christoph Szalay. Den Abschluss am Samstag macht die Kölner Autorin und Malerin Gesche Heumann.
All das gibt’s live bei 3sat. Bis zur Schlussdiskussion und der Preisvergabe am Sonntag, den 28. Juni sind es diesmal insgesamt 18 Stunden Literaturfernsehen. Der Bachmannpreis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gibt‘s am Abend des 25. Juni im und ums ehemalige Bachmann-Wohnhaus in Klagenfurt ein Fest mit musikalisch-literarischem Programm. Dabei wird die Skulptur „Die Orden der Nacht (für Ingeborg Bachmann)“ von Anselm Kiefer präsentiert.
