HP_maischberger_Foto_WDR_Thomas Kierok
Zwei Tage nach der Wahl in Sachsen-Anhalt ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei Sandra Maischberger zu Gast. Im Mittelpunkt stehen das starke Abschneiden der AfD, die schwierige Regierungsbildung in Magdeburg und die Auswirkungen des Wahlergebnisses auf die Bundesregierung.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die politischen Kräfteverhältnisse im Osten Deutschlands deutlich verschoben. Nach dem vorläufigen Endergebnis wurde die rechtspopulistische AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund klar stärkste Kraft. Sie kam auf 43,8 Prozent der Stimmen. Die CDU des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze stürzte auf ein historisches Tief von 17,2 Prozent ab. Mit 77,8 Prozent historisch hoch war dagegen die Wahlbeteiligung.
Da die AfD die absolute Mehrheit im Magdeburger Landtag knapp verpasst hat, laufen derzeit unterschiedliche Zahlenspiele rund um die für die Parlamentsmehrheit entscheidenden 42 Sitze. CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW hatten bislang eine Koalition mit der als erwiesen rechtsextrem eingestuften stärksten Kraft Sachsen-Anhalts ausgeschlossen. Zwar hätten diese Fünf gemeinsam eine Mehrheit, inhaltlich liegen zwischen ihnen jedoch zum Teil erhebliche Unterschiede.
In dieser angespannten politischen Lage ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am heutigen Dienstag, den 8. September ab 22:50 Uhr bei „Maischberger“ zu Gast. Bereits am gestrigen Montag hatte der CSU-Chef im „ARD-Brennpunkt“ deutlich gemacht, wer zunächst gefordert sei. „Jetzt ist die AfD am Zug“, so Söder. „Sie muss eine eigene Mehrheit organisieren, sie muss sagen, was sie hat, mit wem sie’s machen will, und sie muss auch zeigen, welche Minister eigentlich dahinter stehen.“
Eine Kooperation oder Koalition der Union mit der AfD schloss Söder weiterhin aus. Gleichzeitig erhöhte der CSU-Chef den Druck auf die Bundesregierung. Das Ergebnis sei „wahrscheinlich die größte Denkzettelwahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, sagte Söder. Für ihn folgt daraus vor allem eine Konsequenz: „Berliner Politik muss anders werden, verständlicher werden und Reformen müssen gemacht werden.“
Ein zweites großes Thema der „Maischberger“-Sendung ist die Wirtschaft. Dazu begrüßt Gastgeberin Sandra Maischberger im Studio den Unternehmer und Investor Carsten Maschmeyer. Wie beurteilt er die momentan alles andere als eindeutige Lage? Während vor allem die Industrie und insbesondere die Autobranche weiter unter Druck stehen, blicken Wirtschaftsforscher etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Mit Maischberger spricht Maschmeyer darüber, wie er die aktuelle Situation einschätzt und welche Reformen Deutschland aus seiner Sicht jetzt braucht.
Kommentiert werden die Themen des Abends von dem Journalisten und Podcaster Robin Alexander, Iris Sayram aus dem ARD-Hauptstadtstudio und dem Journalisten Sergej Lochthofen.
