OMR-Nachlese: Gedanken über Online, Marketing und Rockstars
Nach der OMR ist vor der OMR: In dieser Woche war Hamburg für alle, die von und mit digitaler Vermarktung leben, der Place to be – und schon jetzt läuft der Ticket-Vorverkauf für 2027. OMR-Erfinder Philipp Westermeyer weiß eben, was er tut. Vor Ort dabei waren auch Petra Mauß und Shilan Maroofi von Kick-Media. Dort trafen sie Starkoch Alexander Kumptner u.v.a. Vorstandschef Alexander Elbertzhagen macht sich heute Gedanken über Online, über Marketing und über Rockstars.
Liebe Freundinnen und Freunde des smalltalk,
wer oder was ist ein Rockstar? Kommt darauf an, ob der Begriff wörtlich oder metaphorisch gemeint ist. Im übertragenen Sinn sind Genies, Koryphäen, Überflieger gemeint. Aber „Rockstar“ klingt irgendwie cooler, muss sich Philipp Westermeyer gedacht haben, als er vor 15 Jahren erstmals einen Kongress über digitales Marketing und Verkaufen organisierte. Er nannte das Ganze einfach „Online Marketing Rockstars“. Außerdem packte er noch das Wort „Festival“ obendrauf – fertig war das Konzept für die größte Digitalmesse Europas.
Längst hat man die Rockstars ein wenig aus dem Fokus genommen, indem der Name des Events schlicht auf „OMR“ reduziert wurde. Könnte ja sein, dass Kiss-Gitarrist Paul Stanley mal vorbeigeschaut hat, um wie im legendären Werbespot des US-amerikanischen HR- und Finanz-Unternehmens Workday zu warnen: „Hey, corporate types! Would you stop calling each other rockstars!“
Wie auch immer: Die OMR stieß in diesem Jahr wieder in Wacken-Dimensionen vor. Rund 1.000 Unternehmen und 800 Speaker trafen in der vergangenen Woche auf 70.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Wir von der Kick-Media AG waren selbstverständlich auch vor Ort. Meine Vorstandskollegin Petra Mauß und die stellvertretende Pool Position-Geschäftsführerin Shilan Maroofi informierten sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich der digitalen Vermarktung, trafen Kolleginnen und Kollegen aus der Entertainment-Branche und knüpften neue, spannende Kontakte.
Die Dimensionen der OMR waren diesmal wieder höchst beeindruckend. Das gilt auch für die Namen, mit denen die Organisatoren aufwarten konnten. Promis aus Unterhaltung, Sport und Kultur waren ebenso angereist wie Regierungsvertreter aus Berlin. Das reichte von Heidi Klum und Tom Brady über Roland Emmerich und Wladimir Klitschko bis hin zu Vizekanzler Lars Klingbeil und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger.
In einem „Tagesschau“-Beitrag hieß es, die OMR sorge in Hamburg für die höchste Promidichte des Jahres. Hinzu kamen Spitzenleute der Wirtschaft: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, Klarna-CMO David Sandström, Commerzbank-CEO Bettina Orlob, um nur ein paar zu nennen.
Was Philipp Westermeyer da auf die Beine gestellt hat, ist beachtlich. Der Weg dieses „digitalen Zirkusdirektors der Webeindustrie“ („Die Zeit“) führte ihn von Essen über Dortmund und Paris nach Québec sowie New York und schließlich nach Hamburg. Er war Assistent von Gruner+Jahr-Chef Bernd Kundrun und gründete dann das, was heute die OMR ist. Dazu gehört übrigens u.a. ein sehr hörenswerter Podcast, in dem Westermeyer mit hochinteressanten Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Unterhaltung, Sport und Kultur spricht. Gerade ist Folge 903 online gegangen.
Etwas allgemein formuliert, ging es bei der OMR immer um Fragen der Digitalisierung. In diesem Jahr wurde das Treffen aber sehr fokussiert von der Suche nach Antworten auf die Herausforderungen der KI geprägt. Aus deutscher und europäischer Sicht sollte sich diese Suche auf das Entdecken von Unabhängigkeit konzentrieren. Das betonte jedenfalls Karsten Wildberger bei der Auftaktveranstaltung. „Wir müssen Abhängigkeiten reduzieren, damit wir die Wahlmöglichkeit haben, damit wir frei bleiben“, so der Minister.
Die OMR 2026 war ein Ort, an dem all jene, auch vor diesem Hintergrund Suchenden und Findenden zusammenkamen, um Konzepte für die Freiheit der Zukunft zu diskutieren. Wie skandierte einst Rockstar Neil Young: „Keep on rockin‘ in a free world!”
Ich wünsche Ihnen ein weiterhin schönes Wochenende!
Alexander Elbertzhagen
(Herausgeber smalltalk)
PS: Apropos Gruner+Jahr: Bei der Erwähnung dieses Namens, der einmal für einen außerordentlich angesehenen Verlag stand, muss ich stets an die Zeitschrift „BARBARA“ denken. Die hatten wir von Kick-Media gemeinsam mit Barbara Schöneberger und G+J gegründet. Nach 77 Ausgaben wurde sie vom Verlag eingestellt. Aus rationalen oder irrationalen Gründen, wer weiß das schon? Fest steht: Persönlichkeiten wie Barbara Schöneberger oder Philipp Westermeyer, die die Marke mit ihrer Kreativität prägten, sind nach wie vor erfolgreich. G+J ist Geschichte. Tempi passati.
PPS: Ich schreibe diese Zeilen in Hamburg und habe noch eine kulinarische Empfehlung aus Sardinien für Sie: Nach einem guten Essen ist gerade in der nun beginnenden warmen Jahreszeit ein eisgekühlter Mirto eine feine Sache. Von den beiden Varianten dieses aus Bestandteilen der Myrte gewonnenen Bitterlikörs (rot oder weiß) bevorzuge ich den aus den blau-schwarzen Beeren hergestellten Mirto Rosso. Das Aroma ist einfach einmalig. In seiner dezenten Süße hat dieser Digestif die angenehme, vitalisierende Wärme der mediterranen Umgebung perfekt eingefangen und gibt sie als authentischen, erdigen und dabei nicht zu opulenten Genuss an den Trinkenden weiter. Herrlich!


