HP_Hirschhausen_90 Milliarden_Foto_ WDR_Taimas Ahangari
Schon in der ARD-Dokumentation „Hirschhausen und das große Vergessen“ hat sich Eckart von Hirschhausen intensiv mit dem Thema Demenz beschäftigt. In der neuesten Ausgabe des Podcasts „90 Milliarden“ spricht der Mediziner mit Marco Schreyl über Fakten und Mythen rund um die Erkrankung und erklärt u.a., wie Tischtennis helfen kann, Demenz vorzubeugen.
Um die Diagnose Demenz ranken sich viele Mythen. Doch gibt es wirksame Wege, der Krankheit vorzubeugen oder mit ihr besser umzugehen? Fragen wie diesen widmet sich auch die aktuelle Folge des Podcasts „90 Milliarden“. In dem Format des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) spricht Moderator Marco Schreyl mit seinen Gästen u.a. über Gehirngesundheit. Der Wissenschaftsjournalist, Arzt und Filmemacher Dr. Eckart von Hirschhausen ist in der neuen Episode zu Gast. Thema ist diesmal das gesellschaftliche Bild von Demenz. Die beiden nehmen überdies wissenschaftliche Erkenntnisse und das, was jede und jeder Einzelne für die eigene Gehirngesundheit tun kann, in den Blick.
Mit Demenz hat sich Eckart von Hirschhausen bereits intensiv für die ARD-Dokumentation „Hirschhausen und das große Vergessen“ auseinandergesetzt. Er beleuchtet darin die Folgen, die eine entsprechende Erkrankung für Betroffene und Angehörige hat. Zugleich zeigt er auf, welche Chancen Prävention und ein besseres Verständnis für die Krankheit bieten.
Im Podcast räumt von Hirschhausen zunächst mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf. „Die brutale Wahrheit ist ja: Demenz muss man sich erst mal leisten können“, sagt er. Was zunächst provokant klingt, erklärt er mit einem Blick auf die Statistik: Heute gebe es unter den 70-Jährigen weniger Menschen mit Demenz als noch vor 50 Jahren. Dass die Zahl der Erkrankten dennoch steige, liege vor allem daran, dass Menschen dank besserer medizinischer Versorgung mittlerweile deutlich älter werden und nicht mehr früh an Infektionskrankheiten wie Typhus, Cholera oder Masern sterben.
Natürlich geht es im Gespräch mit Marco Schreyl auch um die Frage, wie sich das Gehirn möglichst lange fit halten lässt. Von Hirschhausen setzt hier auf einfache, alltagstaugliche Impulse statt auf vermeintliche Wundermittel. So erzählt er, dass er seit den Dreharbeiten zu „Hirschhausen und das große Vergessen“ regelmäßig Tischtennis mit der linken statt mit der rechten Hand spielt. Die ungewohnte Bewegung fordere das Gehirn heraus und schaffe neue Reize.
Kritisch äußert sich der Mediziner außerdem zum aktuellen Longevity-Trend. „Ich kann dieses Wort ‚Longevity‘ nicht mehr hören“, sagt er. Dahinter stecke oft ein milliardenschweres Geschäft mit der Angst der Menschen und der Vorstellung, Gesundheit lasse sich allein durch Nahrungsergänzungsmittel oder Selbstoptimierung erreichen. „Alleine solche Sachen wie Ehrenamt haben den höheren medizinischen Impact auf deine Gesundheit, mental wie körperlich, als die allermeisten Medikamente. Deswegen kümmere dich mal um jemand anderes als um dich. Das ist für dein Hirn und deine körperliche Gesundheit viel, viel besser, auch für dein Glücksempfinden.“
Das gesamte Gespräch gibt’s ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen zum Nachhören.
