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Pünktlich zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer haben WDR und MDR die Augmented Reality-App „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“ veröffentlicht. Die App richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler. Auf die Weise können sie Zeitzeugen virtuell begegnen und ihnen eigene Fragen stellen.
Heute vor 65 Jahren, am 13. August 1961, begannen DDR-Grenztruppen mit dem Bau der Mauer. Zeitzeugin Elke Rosin erinnert sich in der neuen App „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“ daran, wie der Tag ihr Leben veränderte: „Als die Grenze am 13. August geschlossen wurde, haben wir gemerkt, dass das jetzt für immer geschlossen bleiben würde. Nach dem Essen sagten meine Eltern: ‚Sucht eure Sachen zusammen, die euch wichtig sind. Wir gehen jetzt in den Westen.‘“
Elke Rosins Geschichte ist eine von drei, die WDR und MDR mit Augmented Reality-Technologie für Jugendliche erfahrbar machen. Neben Rosin, die kurzentschlossen in den Westen floh, erzählen auch Jörg Hildebrandt, der trotz politischer Ablehnung in der DDR blieb, und Uwe Rutkowski, der als Volkspolizist die Grenzschließung bewachte, von ihren damaligen Entscheidungen. Die Zeitzeugen erscheinen dabei virtuell und ergänzen ihre Erzählungen durch Fotos, Audios und multimediale Elemente.
Schülerinnen und Schüler können bis Anfang Oktober eigene Fragen an die drei Zeitzeugen einreichen, die dann in weiteren Interviews beantwortet werden. Ausgewählte Jugendliche dürfen ihre Fragen sogar persönlich im Studio stellen. Schülerin Wanja (18), die an der Konzeption beteiligt war, bringt es auf den Punkt: „Ich fand es richtig cool, dass wir gefragt wurden und nicht einfach fertigen Inhalt vorgesetzt bekommen haben. Dass unsere Meinung auch eine Rolle spielt – denn im Endeffekt ist es ja für uns Schüler.“
WDR-Intendantin Katrin Vernau sieht in dem Projekt mehr als ein Bildungsangebot: „Auch viele Jahre nach der Wiedervereinigung erleben wir noch immer, dass die deutsche Teilung nachwirkt. Die App zeigt, wie die ARD ihren Bildungsauftrag im Digitalen umsetzt: innovativ, partizipativ und nah an den Lebenswelten junger Menschen.“
MDR-Intendant Ralf Ludwig ergänzt: „Wir möchten Schulklassen noch bis Anfang Oktober ganz herzlich einladen, sich mit ihren Fragen zu beteiligen. Die Erfahrungen und das Wissen der Zeitzeugen für jüngere Generationen zu erhalten, ist extrem wichtig. Damit beugen wir auch falschen Narrativen und Legendenbildungen zur deutschen Teilung vor.“
Die App richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe. Kostenfreie Unterrichtsmaterialien stehen ebenfalls bereit. Bis 2029 soll „OstWest Zeitzeugen – Mauerjahre in AR“ schrittweise um zusätzliche Kapitel erweitert werden.
