Die junge Lust auf Lesen und den ESC
Nach ihrem Sieg von Berlin hat für ESC-Star Sarah Engels nun der Weg nach Wien begonnen. Der führt vor allem über zahlreiche Medientermine. Zum Erfolg des deutschen Finales in der ARD trugen nicht zuletzt die jungen Zielgruppen bei. Sie bleiben eben weiterhin wichtig. Nicht nur beim Fernsehen, sondern beispielsweise auch auf dem Buchmarkt. Zwischen ESC-Vorentscheid und Lit.Cologne macht sich Kick-Media-Vorstandschef Alexander Elbertzhagen Gedanken über Musik, Literatur, seine eigenen ESC-Erfahrungen – und er träumt von einem deutschen Sanremo.
Liebe Freundinnen und Freunde des smalltalk,
die Politik diskutiert ein Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Dabei zeichnet sich ein parteiübergreifender Konsens ab: Eine Mehrheit der politischen Entscheidungsträger fände einen solches Verbot prinzipiell gut. Doch womit sollen sich die Kids beschäftigen, wenn sie nicht mehr am Handy kleben dürfen? Die Antwort liegt auf der Hand: das, was sie offenbar ohnehin schon verstärkt tun. Sie lesen.
Junge Menschen haben nämlich für den Buchmarkt eine enorme Bedeutung. Das legen zumindest Daten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels nahe. Da ist zum Beispiel die Gruppe der 16- bis 29-Jährigen. Die hat in den vergangenen Jahren durch ihr Kaufverhalten deutlich zum Umsatz beigetragen. Information und Austausch über Social Media spielt da ironischerweise eine wichtige Rolle. Auch auf der an diesem Wochenende beginnenden Lit.Cologne, das mit ihren knapp 200 Veranstaltungen größte Literaturfestival Europas, mischen die Jungen kräftig mit. Autorinnen und Autoren wie Yasmine M’Barek, Maria Popov oder Nelio Biedermann, dessen bemerkenswerter Roman „Lázár“ seit einem halben Jahr auf der Bestsellerliste steht, treten im Rahmen der Lit.Cologne-„Pop“-Reihe auf. Alle drei wurden in den 90ern bzw. sogar später geboren.
Die von Seiten der Älteren viel gescholtene „Gen Z“ ist eben – Überraschung! – gar nicht so blöd. Was schließlich ebenso für die mir jahrgangmäßig näherstehenden „Boomer“ oder welche Generation auch immer gilt. Einfach nur blöd ist generelles Bashing, was sich nicht weniger beim Thema Fernsehen zeigt. So wie beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest.
Am vergangenen Samstag lag der Marktanteil der in der ARD übertragenen Show beim Publikum der 14- bis 49-Jährigen bei 27,4 Prozent. Ich kann mich also nur wiederholen: Wenn der Inhalt stimmt, schalten auch junge Menschen den guten alten Fernseher ein.
Wir bei Kick-Media waren quer durch alle Altersgruppen unseres Unternehmens ebenfalls dabei. Und wir hatten Grund zum Jubeln. Denn die von unser Firma Pool Position gemanagte Sarah Engels hat am Ende Jury und Publikum überzeugen können. Sie gewann mit einem Vorsprung von vier Prozentpunkten zum zweitplatzierten Wavvyboi, der ebenfalls einen wirklich überzeugenden Auftritt hingelegt hatte.
Aber jetzt freuen wir uns mit Sarah! Sie ist eine absolute Ausnahmekünstlerin, die wir schon seit vielen Jahren intensiv begleiten. Ihre herausragenden Leistungen, sei es beim ESC, bei „Holiday on Ice“, „Let’s Dance“ oder „The Masked Singer“ und vielen weiteren Gelegenheiten, setzen uns immer wieder in Erstaunen. Jetzt fährt sie für Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Wien und ist obendrein der Star und Publikumsmagnet von „Moulin Rouge! Das Musical“ in Köln.
Zum ESC habe ich eine lange Verbindung. 1987 begleitete ich als Mitglied der norwegischen Delegation die Sängerin Kate Gulbrandsen bei dem Wettbewerb, der damals „Concours Eurovision de la Chanson“ hieß, nach Brüssel. Dort haben wir zwar nicht gewonnen, aber ich konnte erleben, wie Johnny Logan mit „Hold Me Now“ zum zweiten Mal den Sieg für Irland holte. Ich gebe zu: Seitdem berührt mich dieses Lied immer wieder.
Weiter ging es dann 2011 beim deutschen ESC in Düsseldorf. Die von uns gemanagte Judith Rakers moderierte den Wettbewerb und ein Team unserer Agentur Position Public Relations betreute das Pressezentrum in der Arena am Rhein. Außerdem erstellte unsere Kreativ-Unit u.a. die offiziellen Handbücher sowie das umfangreiche Programmheft. Im vergangenen Jahr stand dann „unsere“ Michelle Hunziker in Basel als ESC-Moderatorin auf der Bühne. Wir bei Kick-Media sind also seit Jahren ESC-gestärkt – und ESC-verliebt.
Auch 2026 sind wir wieder im ESC-Fieber. Die ganze Mannschaft arbeitet für Sarahs Erfolg. Unter der Führung unserer jungen „Delegationsleiterin“ Lisa Rothländer. Wir sind ganz einfach on „Fire“!
Ich wünsche Ihnen ein weiterhin schönes Wochenende!
Alexander Elbertzhagen
(Herausgeber smalltalk)
PS: Schön wäre es, wenn dem ESC-Vorentscheid hierzulande ein bisschen mehr Respekt entgegengebracht würde. Das Vorbild, das ich da im Kopf habe, ist das Sanremo Festival in Italien. Da wird seit Jahrzehnten jeweils eine Woche lang ein großartiger Musikwettbewerb ausgetragen. Die Produktion ist sehr ernsthaft, auch im Sinne von seriös, und wirklich ein nationales Ereignis. Mit gigantischen Einschaltquoten. Die Sängerinnen und Sänger werden von einem großen Orchester live begleitet. Gleichzeitig ist es aber auch ernsthaft lustig. Man spürt dort die Liebe zu guter Unterhaltungskunst. Unvergessen ist der Sanremo-Auftritt von Sänger und Songwriter Jovanotti mit Pop-Legende Gianni Morandi im Jahr 2022. Das nur als Beispiel dafür, dass Träume wahr werden können. Denke ich an das, was diesbezüglich in Deutschland möglich wäre, bleibe ich weiterhin skeptisch – aber hoffnungsvoll.
PPS: Dass junge Menschen den Zugang zum Medium Buch keineswegs verloren haben, sehe ich auch in unserem Unternehmen. Gerade junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen gerne unsere Firmenbibliothek. Darin finden sie Handbücher, Biografien, Analysen, Nachschlagewerke und nicht zuletzt die Werke, die unsere Künstlerinnen und Künstler geschrieben haben.


