Robert Habeck war in der jüngsten Ausgabe der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“ zu Gast. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler absolvierte damit seinen ersten Talkshow-Auftritt nach dem Rückzug von der politischen Bühne.
Kurz nach der Bundestagswahl 2025, bei der seine Partei Bündnis 90/Die Grünen eine erneute Regierungsbeteiligung verpasst hatte, begann für Spitzenkandidat Robert Habeck ein neuer Lebensabschnitt. Er zog sich aus dem Politikbetrieb zurück und lebt aktuell in Kopenhagen. Dort ist der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler am Dänischen Institut für Internationale Studien tätig.
Erstmals seit seinem Rückzug von der politischen Bühne war Habeck am 22. Mai wieder in einer Talkshow zu sehen. In der jüngsten Ausgabe des Radio Bremen-Klassikers „3nach9“ schilderte er im Gespräch mit Gastgeber Giovanni di Lorenzo u.a., wie seine Familie damit umgehe, dass er nun wieder mehr Zeit zu Hause verbringe. „Ich würde sagen, die freuen sich, dass ich die Wahl verloren habe“, sagte Habeck. Ihm sei es zuvor zunehmend schwergefallen, seine Rolle als Politiker in verantwortungsvoller Position von der des Privatmenschen zu trennen. „Dass ich nicht nur da bin am Tisch, sondern auch wieder lerne, nicht alles gleich zu entscheiden, ist eine Wohltat für alle Menschen, die mit mir zusammenleben müssen.“
Bislang könne er noch keine Entzugserscheinungen bei sich feststellen, betonte der 56-Jährige. Bei allen Privilegien, die das Politikerdasein mit sich bringe, habe er „immer auch den Verlust gesehen, dass man das private Leben immer weniger selbst bestimmen kann, dass man in diesem goldenen Käfig lebt. Man zahlt schon einen Preis dafür.“ Ob für ihn ein Comeback als Politiker möglich sei, ließ Robert Habeck bei „3nach9“ offen. Von Moderator di Lorenzo mit Stimmen konfrontiert, die dies befürworten würden, antwortete er: „Ich glaube, jetzt setzt so etwas wie diese nachträgliche Verklärung ein, die immer einsetzt, wenn Leute nicht mehr im Amt sind.“
