HP_DZNE_Marco Schreyl_7_25_Foto DZNE_Marcus Gloger
Seit knapp einem Jahr widmet sich Moderator Marco Schreyl im Podcast „90 Milliarden“ den großen Fragen rund um Gehirngesundheit und neurodegenerative Erkrankungen. Im smalltalk-Interview spricht er über die persönliche Bedeutung des Formats, die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und verrät, welcher prominente Gast in der nächsten Podcast-Folge zu hören sein wird.
Herr Schreyl, bislang sind elf Ausgaben von „90 Milliarden“ erschienen. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach dem ersten knappen Jahr mit diesem Podcast aus?
Marco Schreyl: Dieser Podcast und ich – wir haben uns gesucht und gefunden. Da ich ja in meiner Familie selbst erlebt habe, wie eine neurodegenerative Erkrankung das Leben der einzelnen Person, aber auch der ganzen Familie und des gesamten sozialen Umfelds verändert und belastet, bin ich sehr glücklich, dass wir uns im Podcast mit all den Themen beschäftigen, die Betroffene interessieren. Hätte es „90 Milliarden“ vor zehn Jahren gegeben, ich hätte den Podcast interessiert gehört.
Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit einem Partner wie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, um ein solches Themengebiet zu bearbeiten?
Marco Schreyl: Diese Zusammenarbeit ist Win-win, glaube ich. Dass ich mit so vielen, so schlauen Menschen zusammenarbeiten kann, die mit viel Wissen und Liebe Themen erarbeiten, ist ganz wunderbar. Und ich glaube, meine Redaktion beim DZNE ist auch ganz froh, dass ich manchmal Fragen stelle, die viele andere auch stellen würden und dass ich manchmal aber auch weiß, wovon ich spreche, weil ich vieles schon selbst erlebt habe.
2015 wurde bei Ihrer Mutter die Huntington Krankheit diagnostiziert. Wenn Sie heute für „90 Milliarden“ Forschende interviewen: Gibt es Momente, in denen Sie als Angehöriger innerlich sagen: „Das hätte mir damals geholfen“?
Marco Schreyl: Genau das denke ich ganz oft. Und das Schöne ist: Mich sprechen und schreiben Menschen an, die mir spiegeln, wie wertvoll „90 Milliarden“ für sie ist. Der Podcast ist für viele eine Art Wegweiser, Geländer zum Festhalten, Erklärung und hoffentlich auch Balsam für die geschundene Seele. Die Erkrankung meiner Mutter kann ich, eben weil es „90 Milliarden“ gibt, heute viel besser lesen und verstehen. Ich wünsche mir sehr, dass betroffene Familien bei uns im Podcast die Hilfe bekommen, nach der ich damals gesucht habe und sie irgendwie nicht fand. Und was mir ganz wichtig ist: „90 Milliarden“ beschäftigt sich vor allem mit Gehirn-Gesundheit und ist damit ein wertvoller Wegweiser für alle. Den Podcast kann man auch gut hören, wenn man nicht betroffen ist, sondern gesund.

Sie sind auch regelmäßig als Interviewer z.B. bei Deutschlandfunk Kultur und WDR 2 zu hören. Wie unterscheidet sich Ihre Herangehensweise und Vorbereitung bei diesen Gesprächen von denen bei „90 Milliarden“?
Marco Schreyl: Am Ende ist ein Gespräch ein Gespräch. Bei Deutschlandfunk Kultur moderiere ich „Im Gespräch“ eine Stunde lang mit einem Gast. Hier geht es darum, die Person kennenzulernen, sich der Person vielleicht über ein Thema zu nähern. Das ist spannend für mich. Bei „90 Milliarden“ lerne ich die Person, die zu Gast ist, auch kennen, frage auch nach dem „Wieso“ und „Warum“ die Person das macht, was sie macht. Dreh- und Angelpunkt ist beim Podcast aber das Thema. Die Herangehensweise bei beiden Gesprächen ist die Neugier. Ich möchte gern etwas erfahren, was die Person vielleicht noch nie in einem Interview gesagt hat.
Jeweils am ersten Dienstag im Monat erscheint eine neue Podcast-Folge von „90 Milliarden“. Welchen Gast werden Sie am 7. Juli begrüßen? Und um welches Thema geht es?
Marco Schreyl: In unserer nächsten Folge wird DER „Fernseh-Arzt“ zu Gast sein. Dr. Eckart von Hirschhausen wird mir erzählen, was er beim Dreh zu seiner aktuellen Doku, in der es um Demenz geht, gelernt und erfahren hat. Welche Dinge wir selbst tun können, um Demenz vorzubeugen. Ich freue mich sehr, dass er sich Zeit genommen hat und ich ihn auch persönlich ein bisschen näher kennenlernen konnte. Wir haben die Folge schon aufgezeichnet und wir hatten gemeinsam eine sehr gute Zeit. Unsere Zuhörerinnen und Zuhörer werden bestimmt auch eine gute Zeit haben.
