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In dem vierteiligen ARD Sounds-Podcast „Wild Crimes: Timmy, die Hoffnung stirbt zuletzt“ zeichnen Natalie Süß und Anne Luckmann die Geschichte des im Frühjahr vor Poel gestrandeten Buckelwals nach. Dabei wird auch deutlich, wie schmal mitunter der Grat zwischen Mitgefühl und Hysterie ist.
Im März 2026 erzeugte ein vor der Insel Poel bei Wismar gestrandeter Buckelwal eine bis heute schwer zu fassende Aufregung, die weit über Mecklenburg-Vorpommern herausreichte. Während die dänischen Behörden, auf deren Territorium das mit Namen wie „Timmy“ oder „Hope“ vermenschlichte Tier Wochen später verendete, betont gelassen reagierten, wurde in Deutschland erbittert diskutiert, demonstriert und gestritten.
Der am Dienstag, den 30. Juni in der Reihe „Wild Crimes“ bei ARD Sounds veröffentlichte Podcast „Timmy, die Hoffnung stirbt zuletzt“ zeichnet das Geschehen um den bedauernswerten Meeressäuger ausführlich nach und lässt zahlreiche unmittelbar Beteiligte zu Wort kommen. „Tausende namenlose Wale sind uns egal, aber dieser eine Wal hat es Deutschland angetan“, fasst Natalie Süß, die als NDR-Reporterin vor Ort in Poel im Einsatz war, das Geschehen in ihrer Podcast-Einleitung zusammen. Sie und Anne Luckmann zeigen als Hosts dieser „Wild Crimes“-Staffel auf, wie der nicht zuletzt durch Social Media entfachte Timmy-Kult entstehen konnte. Außerdem gehen sie u.a. der Frage nach, ob der Wal überhaupt eine realistische Überlebenschance gehabt hätte.
Zu Wort kommt u.a. die Meeresbiologin und Walexpertin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Sie hatte sich als eine der ersten Helferinnen um das verirrte Tier gekümmert und es zusammen mit der Feuerwehr zumindest von einem Teil des Fischernetzes befreit. Doch danach ließ man den Buckelwal zunächst in Ruhe. „Er hat uns sehr eindeutig gezeigt: Er möchte uns nicht dahaben“, erinnert sich Klemens.
Nachdem sich das angeschlagene Tier später in der engen Bucht Kirchsee in eine noch schwierigere Lage gebracht hatte, nahm die Meeresbiologin Kontakt zu Kollegen in Island, Schweden, Dänemark und Spanien auf. Auch Walexperten in u.a. Neuseeland und den USA wurden zu Rate gezogen. Die allgemeine Empfehlung lautete, das Tier sich selbst zu überlassen und nicht mehr von außen einzugreifen. „Da sind mir die Tränen gekommen“, bekennt Lisa Klemens im Podcast. „Diesem Tier geht’s nicht gut, und jetzt kannst du auch nichts mehr machen, dass es ihm gut geht. Es ist schwer, das zu realisieren.“
Die von den „Timmy“-Anhängern kritisch bis wütend beäugte Vernunftentscheidung unterstützte zunächst auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). Warum er sich dann doch umentschied und eine umstrittene und letztlich erfolglose private Rettungsaktion für den Wal befürwortete, erklärt er selbst. Im vierten Teil der „Wild Crimes“-Staffel kommt Backhaus in einem ausführlichen Interview zu Wort.
