Zur monatlichen Podcast-Edition des smalltalk-Newsletters schreibt Kathrin Lang, die sich mit ihrer Agentur u.a. auf Podcast-PR spezialisiert hat, regelmäßig über ein aktuelles Thema aus diesem Bereich. Diesmal geht’s um die zunehmende Relevanz von Podcasts bei der Vermittlung von Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Liebe Freundinnen und Freunde des smalltalk,
früher war das Radio mein treuer Begleiter im Auto. Heute sind es ganz häufig schon eher Podcasts. Nicht, weil ich das Radio nicht noch immer schätze (meine erste Tätigkeit am Morgen ist, das Radio in der Küche anzuschalten), sondern weil ich festgestellt habe, dass ich diese Zeit inzwischen gerne auch anders nutze.
Podcasts waren für mich lange vor allem Unterhaltung. Und das sind sie auch heute noch. Ich höre nach wie vor am liebsten Formate, bei denen sich zwei Leute über das Leben – im weitesten Sinne – unterhalten. Immer häufiger merke ich jedoch, dass es gerne auch mal etwas tiefer gehen darf. Dann höre ich Gespräche über Psychologie, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. Ich lasse mir Zusammenhänge erklären, Perspektiven eröffnen und Themen näherbringen, für die ich im Alltag oft gar keine Zeit habe.
Damit bin ich offenbar nicht allein. Die US-Langzeitstudie „The Infinite Dial“ von Edison Research zeigt seit Jahren, wie selbstverständlich Podcasts inzwischen zum Medienalltag gehören. Auch die aktuelle ARD/ZDF-Medienstudie bestätigt: Podcasts erreichen immer mehr Menschen und sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mich überrascht das nicht, denn Podcasts haben etwas, das vielen anderen Medienformaten fehlt: Zeit. Zeit für Einordnung statt Schlagzeilen und Zeit für Hintergründe statt Überschriften.
Ich ertappe mich inzwischen oft dabei, dass ich mich für einen Podcast entscheide, wenn ich etwas wirklich in seiner (nahezu) ganzen Tiefe verstehen möchte. Wo vor noch nicht allzu langer Zeit eine mitunter umständliche Google-Suche stand, werde ich heute in der Podcast-Welt schnell fündig. Experten widmen sich dort über einen längeren Zeitraum einem Thema mit sehr viel Hingabe und einem tiefen Verständnis für die Materie. Podcasts informieren allerdings in der Regel nicht kompliziert und schwer. Sie fühlen sich eher an wie ein gutes Gespräch. Für mich ist der Erfolg des Mediums daher keine Überraschung. Denn manchmal braucht es eben keine Suchmaschine, sondern einfach jemanden, der sich Zeit nimmt, ein Thema wirklich gut zu erklären.
Natürlich ersetzt ein Podcast kein Studium oder ein Fachbuch, aber er macht Wissen zugänglich… und das oft ganz unkompliziert nebenbei. Beim Spaziergang, im Auto, beim Kochen, beim Sport. Und so wird aus Leerlauf ganz plötzlich Lernzeit.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Juli. Viel Spaß beim Entdecken neuer und vielleicht auch beim Wiederentdecken bereits bewährter Podcasts!
Kathrin Lang
(Gründerin & Inhaberin KLang PR)
