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In der niederländischen Provinz Zeeland hat Entertainer und Schriftsteller Bernd Stelter neben dem Rheinland eine zweite Heimat gefunden. Dort spielt auch seine „Camping-Krimi“-Reihe um den Ermittler Piet van Houvenkamp, die jetzt mit „Die kalte Hand des Camping-Killers“ (Bastei Lübbe) in die fünfte Runde geht. Im smalltalk-Interview spricht Stelter über den von ihm erdachten Ermittler, dessen neuesten Fall und seine weiteren literarischen Aktivitäten.
Herr Stelter, der Sommer in Deutschland ist dieses Jahr ungewöhnlich heiß. Wie ist es in Zeeland? Wie bleibt man als Krimiautor an der Nordsee cool?
Bernd Stelter: Na ja, in Zeeland ist es schon drei, vier Grad kühler, aber vor allem liegt direkt hinter dem Deich das Meer, da springt man rein und – zack – Erfrischung pur!
In „Die kalte Hand des Camping-Killers“ entdecken zwei Teenager beim Knutschen am Strand durch Zufall eine Leiche. Gab es eine wahre Begebenheit, die Sie zu dem Stoff inspiriert hat?
Bernd Stelter: Wir haben ja den Wohnwagen gekauft, weil die Kinder sich im Ferienhaus zu Tode gelangweilt hatten. Aber mit zwei kleinen Kindern auf so engem Raum lässt manches im Eheleben schon ein bisschen nach. Da können die Dünen sehr hilfreich sein.
Es handelt sich um den mittlerweile fünften Fall von Inspecteur Piet van Houvenkamp. Wie viel Bernd Stelter steckt in Piet? Wie hat sich die Figur im Lauf der Reihe entwickelt?
Bernd Stelter: Piet hat es ja immer mit diesen fünf bekloppten deutschen Campern zu tun. Er würde wohl alles darum geben, mal einen Fall ohne diese fünf verrückten Deutschen zu lösen. Aber solange ich die Bücher schreibe, wird das wohl nicht passieren. Und einer dieser fünf Camper, der hat schon viel Ähnlichkeit mit mir. Piet ist über 60, er bewegt sich aufs Rentenalter zu und er hat eine neue Freundin gefunden, für die er schon zu Schulzeiten geschwärmt hatte. Das macht was mit ihm. Und so wird Piet eben älter … und jünger.
Ohne zu viel vorab zu verraten: Gibt es in „Die kalte Hand des Camping-Killers“ eine Szene oder einen Moment, der Ihnen als Autor besonders gut gefällt?
Bernd Stelter: Wie Chiara und Daan in den Dünen die kalte Hand entdecken, ist schon was Besonderes. Aber als ich geschrieben hatte, wie die Camper zu Ermittlungszwecken die Alpaka-Wanderung mitmachen, da musste ich mir erst mal in Ruhe ein schönes dunkles Abteibier aufmachen.
Wird es weitere Fälle für Piet van Houvenkamp geben? Haben Sie evtl. sogar schon konkrete Ideen für den nächsten Camping-Krimi?
Bernd Stelter: Den 31. Fall des Commissarios schreibe ich sicher nicht. Aber die nächste Geschichte habe ich schon im Kopf.
Auch in TV und Streaming sind Krimis nach wie vor ein großes Thema. Könnten Sie sich Inspecteur van Houvenkamp auch auf dem Bildschirm als Serienhelden vorstellen?
Bernd Stelter: Ja, ich glaube schon. Ein Krimi muss spannend sein, das ist sein Wesensmerkmal. Aber ich bin auch Komiker, bei mir sterben die Leute fröhlich. Ich glaube, van Houvenkamp auf dem Bildschirm, das wäre ein großer Spaß!
„Die kalte Hand des Camping-Killers“ ist nicht ihre einzige literarische Veröffentlichung in diesem Jahr. Sie haben auch an der Anthologie „Mord am Hellweg“ mitgewirkt und dafür einen Krimi-Ausflug in ihrer Geburtsstadt Unna unternommen. Wie war das für Sie?
Bernd Stelter: Das war wunderbar. Ich habe die Geschichte auch ein paar Jahre nach hinten gelegt, in die Zeit, als ich in Unna-Stockum lebte. Das Schützenfest war der Höhepunkt des Jahres. Ich habe mit der alten Dorfgemeinschaft abgemacht, dass wir eine Lesung im Dorfgemeinschaftshaus machen. Ich freue mich wie verrückt, aber ob ich hinterher nochmal nach Stockum darf, das weiß ich noch nicht.
