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Bill und Tom Kaulitz haben Sachsen-Anhalt schon lange verlassen. Doch was denken die Tokio Hotel-Brüder über die Zukunft des Bundeslandes, in dem in gut drei Wochen gewählt wird? Moderator Jo Schück traf sie für das ZDF-Kulturmagazin „aspekte“ zum Gespräch.
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Und was passiert, wenn der AfD dort der Durchmarsch gelingt? Die absolute Mehrheit im Landtag von Magdeburg? Welche Auswirkungen ein solches Wahlergebnis auf Kunst und Kultur, auf Medien, Theater, Museen und Kirchen in dem Bundesland und darüber hinaus haben könnte, zeigt das ZDF-Magazin „aspekte“ am heutigen Freitag, den 14. August ab 19:00 Uhr im Streaming-Portal des Senders und ab 23:30 Uhr im linearen Programm.
Moderator Jo Schück spricht mit Menschen aus Sachsen-Anhalt über ihre Befürchtungen und ihre Pläne. So fragt er den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider, was er denn vorhabe, sollte seine Partei in Magdeburg ans Ruder kommen. Wird der als rechtsextrem geltende Vordenker einer AfD-Kulturpolitik demnächst Bildungsminister? Würde der aus Rumänien stammende promovierte Islamwissenschaftler von Kulturschaffenden wirklich die Unterschrift unter ein Bekenntnis zum Patriotismus verlangen? Schück interessiert dabei zum Beispiel auch die Frage, warum die in weiten Teilen rechtsextreme Partei überhaupt so massiv in die Kultur eingreifen will.
In Dessau trifft er dann den Schauspieler und Theaterleiter Dieter Hallervorden. Der 90-Jährige ist gebürtiger Dessauer und sorgte gerade durch gemeinsame Auftritte mit dem CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze für Schlagzeilen. Hallervorden warnt vor politischen Eingriffen in Kunst und Kultur und erinnert an das, was er als Kind im Dritten Reich und in der DDR erlebte.
Zu Wort kommen auch Bill und Tom Kaulitz, die aus einem Dorf bei Magdeburg stammen. Zwar leben sie schon lange nicht mehr Sachsen-Anhalt, aber auch sie machen sich Sorgen um ihre alte Heimat. Als junge Musiker verließen die Tokio Hotel-Brüder in den Nullerjahren die Region – um dem Starrummel aber auch rechter Gewalt zu entkommen. Bei „aspekte“ machen sie deutlich, dass sie eher das Musikmachen aufgäben, als je wieder zurückzuziehen.
Darüber hinaus spricht Jo Schück mit vielen weiteren Kulturschaffenden des Landes, darunter Julien Chavaz, Generalintendant des Theaters Magdeburg, Kirchenvertreter, der Musiker und Moderator Stephan Michme sowie Barbara Steine, Direktorin des Bauhaus Dessau. Die weltberühmte Institution war bereits Ziel heftiger Kritik seitens der AfD. Mehrere Bauhausgebäude in Dessau gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch die Ideen von Bauhausmeistern wie Walter Gropius und Mies van der Rohe hält man in der Partei für einen „Irrweg der Moderne“.
Im Vorfeld der Wahl in Sachsen-Anhalt erleben Schücks Gesprächspartner, wie die politischen Konflikte immer stärker den kulturellen Alltag prägen. Die Kernfrage der Sendung lautet: Wie frei bleiben Kunst und Kultur, wenn die AfD als Regierungspartei bestimmt, wo es politisch langgeht?
